Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2292929-2293019-2293021--06033-2299316- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Aussprachegruppen usw. 67 folgt aber wiederum nichts für die ״Uraussprache“ des Hebräischen; dies ist vielmehr nichts als eine der vielen in diesen beiden Aussprachen vorkommenden Arabismen. Uebergänge ins Arabische und arabische Einschaltungen sind in samaritanischer Liturgie nach Forschung Kahles und ßabins nichts Vereinzeltes. In Jemen sind; ganz ähnlich, die kabbalistischen Lieder vielfach arabisch. Die arabische Sprache ist bekanntlich arm an Vokalen und reich an Konsonanten. Das gleiche gilt von der jemenischen Aussprache in vollem Umfange. Sie besitzt zudem die im Arabischen nicht vorkommenden Laute ב und פ, worauf Idelsohn noch mit besonderer Emphase hinweist. Sie spricht die Kehllaute חטעצלן ganz gleich den emphatischen Lauten des Arabischen {o ,u° ,£ /£;) ^as 3 Da£esch spricht sie gleich ital. gi; ohne Dagesch gleich g im Deutschen. ד ohne Dagesch klingt in Jemen <3, ת ohne Dagesch sämtliche e-Vocale klingen, abgesehen von der Quantität, ä, sämtliche o-Vocale ä. Das sind selbstverständlich alles spät im arabischen Gebiete durch Assimilation erworbene Eigenschaften dieser Aussprache. Unklar ist die Herkunft der Aussprache des ו als äo, die dem Englischen ähnelt. Im Samaritanischen sind die emphatischen Laute, nach Idelsohns Angaben, nicht mit gleicher Deutlichkeit hörbar; das ist im syrischen Sprachgebiet wenig verwunderlich, da ja auch die Araber dort anders sprechen. Abstrahieren wir nun von allen Arabismen und Syrismen, so bleibt als Torso der ehemaligen palästinischen Aussprache immer noch ein selbständiges System; wenigstens die Jemeniten haben ihre Aussprache keineswegs völlig assimiliert. Sie halten z. B. durchaus und stets an der gut hebräischen Druckbetonung fest, und sie haben sich hierin nicht im geringsten der schwebenden Betonung der Araber angepasst. So schreibt Idelsohn ausdrücklich. Dies ist wichtig hervorzuheben, ־weil im Gegensätze hierzu die sefardischen Juden arabischer Länder vielfach durch schwebende Betonung den Sinn der Segolatformen verderben, also אויל mit א51ל verwechseln, was Idelsohn allerdings übergeht.