Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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iB——HB8—B8—Pi Die Anssprachegruppen usw. 68 schliesslich wäre es doch auch nicht undenkbar, dass im Hebräischen selber von Urzeit an die Stammbetonung gleich der Druckbetonung Heimatrecht hat; ja, dies wäre m. E. das Einleuchtendste. Als wichtigsten Abzweig des westlichen Zweiges des Aschkenasischen haben wir das Hebräische des Litauers zu betrachten, das ja grundverschieden vom polnischen Hebräisch ist. Anstelle des T \1 tritt dort das T gleich hellem 0, anstelle des ו ü das reine, tiefe u. das Letztere ist, wie dargelegt, Ureigen tum; das erstere unter baltisch-deutschem Einfluss aus dem allgemeindeutschen T 0 entstanden. Erworben aus landessprachlichem Einfluss ist wohl auch die Aussprache des ו als öi oder äi, im letzteren Falle völlig gleich dem Zere; doch muss betreffs des ו auch polnisch-jüdischer Einfluss im Spiele sein. Wenn deshalb Neuere, z. B. Löwe, in Litauen die Heimat polnischjüdischer Spracheigenart erblicken wollen, so müssen demgegenüber die vorgenannten historischen Wege geltend gemacht werden; -- womit selbstverständlich nicht geleugnet sein soll, dass Polen frühzeitig im Hebräischen westliche und Litauen polnische Ein- Wirkung erfahren hat. Eine gänzliche organische Verwrachsungbeideraschkenasischen Aussprachzweige zeigt im Osten nur die Ukraine, wo bis auf das entscheidende Schuruk u eigentlich alles ostaschkenasisch gesprochen wird. Auch hier hätte eine besondere Tabelle gelohnt. Es scheint fast, als sei dort im Südosten das Schuruk u erst in neuerer Zeit eingedrungen, und zwar unter Einwirkung des Zustromes litauischer Thoragelehrter. — Die auch von Idelsohn nur kurz erwähnten Vertauschungen von ש und ש׳ und von ה und א in einzelnen Gegenden des Ostens müssten einmal an Ort und Stelle von Kennern der Landessprachen auf ihre Ursache untersucht werden. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass von den heutigen Vertretern dieser Aussprache zu denen der talmudischen Zeit irgend ein geschichtlicher Weg zurückweist; also vermutlich wieder spät slavische Einwirkung.