Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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60 I Hllll Ullli! II 1■III1■ ״m■»— ■ " 1 יי unammmm Die Aus sprach egroppen usw. Cholem als au, gleichfalls ohne Umlaut. Die Aussprache des Cholem als 00 ist auf aschkenasischen Gebiet erst in aller־־ jüngster Zeit, wohl auch als Produkt der Reformkampfzeit, nachzuweisen, und gehört daher nicht in diese Betrachtung. Auch die verschiedenen Aussprachen des Zere, =* e, ei, äi, sind nach Dialekt und Zeit so abweichend, von Dorf zu Dorf geradezu, dass ich mich, mit Idelsohns Tabellen, auf Feststellung dieser Verschiedenheiten beschränken muss. Soviel steht fest: Diphtongisch ist Zere ursprünglich in allen aschk. Gebieten gesprochen worden. Das ee der Neuzeit scheint hier wieder ein Produkt der Reformzeit zu sein, die ja alles den Sefardim nachzu... ahmen strebte. Wie ist es nun zu erklären, dass einige Gegenden äi, einige ai sprechen? Seltsamer Weise wird im ganzen Sprachgebiet des Oberdeutschen, ferner überhaupt im ganzen Westen, links der Elbe, äi gelesen, obzwar in den Landesdialekten dieser ganzer Gegend, ausser im Norden, dieser Laut nicht mehr heutzutage vorkommt. In den aschk. Gemeinden Hollands spricht man, wie selbstredend im ganzen Osten rechts der Elbe ai; — in Litauen dagegen wieder äi, ebenso in Westpreussen. Der ursprüngliche Zustand scheint folgender gewesen zu sein: Die aus Italien (mit den Weströmern) zugewanderten Ascbkenasim sprachen äi; die östlichen sprachen ai. Nach Litauen scheint das äi beim Gerusch Aschkenasi das Jahr 1300 gelangt zu sein. Damals wurde, — um dies mit einem Beispiel zu illustrieren, in Heilborn u. a. die jüdische Gemeinde radikal versprengt und vernichtet, nachdem 1272 die Franziskaner eingedrungen waren. Und zu tausenden leben noch heute in Litauen Familien des Namens Heilprin, Halpern, Halbem, das das nichts anderes bedeutet als Abstammung aus Heilbronn. — So hängen Litauen und Deutschland zusammen. Oestlich der Elbe dagegen hat es, selbst in Hamburg und Berlin, zu jener Zeit wenige Deutsche und noch vereinzeltere Juden gegeben, — wobei Schlesien eine Ausnahme bildet. Das ganze Gebiet zwischen Elbe und Ostgrenze war damals unkultiviert und bot den Juden keine Erwerbszweige. Um 1580 kamen die