Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Aussprachegruppen usw. 09 und uns allen bekannt ist, fast restlos dem Lautbestande der deutschen Sprache angepasst. Das zeigt Idelsohn am deutlichsten durch den Hinweis darauf, dass man in Norddeutschland vielfach garnicht mehr ein richtiges ס und ש hört, sondern, entsprechend deutscher Gewohnheit, stattdessen einen ״tz“-Laut; also סכה ״Zukko“, ״ שמחהZimcho“. Er hätte wohl hinzusetzen dürfen, dass mann in Süddeutschland stattde3sen זמהד, יזכה hört, sowie auch, dass die südd. Vernachlässigung des Unterschiedes zwischen weichen und harten Konsonanten auch auf das dortige Hebräisch übergreift. — Auch auf die Vokalzerdehnungen englischer Art (0 äo) bei Juden englischer Länder wäre hierbei hinzuweisen. — Als lautliches Gemeingut aller aschkenasischen Gegenden bezeichnen die Tabellen von I. ganz treffend den Bestand an Spiranten, d. h. die Tatsache, dass von den Buchstaben ב נ ד כ ס ת alle ausser ג und ד im Rafe-Falle a3piriert klingen: w, ch, f, ss, — sowie die Lesung 0 ־*־ (u) und ר diphtongisch; schliesslich die offenen Kürzen 1). Ferner ist allen aschk. Aussprachen deutsche Betonung gemeinsam, d. h. Betonung auf der vorletzten Stammsilbe — und Abschleifung auslautenden Kamez in ein halbstummes e. Wir haben also zu lesen ברכה beröche. Ein Produkt neuester Zeit, vielleicht erst des Kampfes gegen die Reform, ist das sogenannte korrekte Lesen, nämlich das üblich gewordene aschkenasische Lesen mit sefardischer Betonung. Nie hätten die Zweige der aschk. Aussprache lautgesetzlich sich herausgebildet, wenn von ihrem Entstehen diese sogenannte korrekte Leseweise irgendwo in der Welt existiert hätte. Mit Recht befällt uns wie bei jedem Erleben widernatürlicher Dinge ein Schauer beim Anhören ״korrekten“ aschk. Talmudlesens (״omär schmueii“), während das ״Leinen“ in dieser Art jedenfalls seine Berechtigung halachisch begründen kann. Ein Kennzeichen des deutschen Zweiges ist ausser obgenannten erworbenen Eigenheiten die Aussprache des Schuruk und Meluppum als U, ohne Umlaut, — infolgedessen auch des *) Wie ״Brett, klopft, Witz, umל|י, לןי, מן, ש^ס ,״♦