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Jeschurun · 1923-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1923) · page 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 60)
Language
German
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08 Die Aussprachegruppen usw. für die Priorität irgend einer Aussprache etwas beweisen, noch darf man aus ihr mit Bestimmtheit schliessen, dass es damals im Hebräischen einen Laut gleich dem schwedischen ä gegeben habe. — Ganz vereinzelt finden wir in christlichen Schriften des oströmischen Reiches Transskriptionen hebräischen Textes, aus denen aschkenasische Aussprache zu ersehen ist, oder besser gesagt, eine verlorengegangene palästinensische. Insbesondere trifft dies bei Hieronymos und bei späteren, speziell katholisch kirchlichen Schriftstellern zu. b) Zweige und Lauttafel. Nun zur heutigen Gestalt der aschkenasischen Aussprache. Sie ist aus allen Ländern verdrängt, in denen die mohammedänischen Völker sich ausgebreitet haben, und später nochmals aus denen, in denen die Flüchtlinge aus der Pyrenärenhalbinsel um das Jahr 1500 Zuflucht fanden. Losgerissen also von ihren Ursprungsländern, hat sich die aschkenasische Aussprache auf zwei Wegen verbreitet, auf dem schon erwähnten italienischdeutschen, und auf dem anderen Gleise von Byzanz über Südrussland nach Ungarn und Deutschland; so hatte ja, wie Eppenstein nachweist, Rabbenu Tarn, der in Frankreich lebte, Schüler aus Kiew, damals ״Ziuw“. In Frankreich ist jedoch bis in die Neuzeit hinein aschkenasische Aussprache nicht heimisch geworden, selbst nicht in den Zeiten regsten Geistes Verkehrs mit Deutschland; denn Raschi1) hat zweifellos die sefardisehe Aussprache und sogar die babylonische Punctation seinen grammatischen Be- Zeichnungen zugruude gelegt, die uns sonst so seltsam anmuten. Auf dem westlichen der vorgenannten Wege hat sich nun zweifellos die in Deutschland übliche Aussprache herausgebildet. Diese hat sich, wie ja aus der Idelsohnschen Tabelle zu sehen *) Aus Nedarim 37 b ist jedoch ersichtlich, dass der Verfasser des sogenannten Perusch Raschi zu Nedarim (sub voce מקרא סופרים), im Gegensatz zu ר״ ן zur Stelle, ein Aschkenasi war. Aehnliches ergibt sich aus einigen Stellen in Nedarin für den *n. Daraus folgt aber nicht, dass ganz Frankreich damals,. im Gegensatz zu späterer Zeit, äschkenasisch war.

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