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Jeschurun · 1923-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1923) · page 57

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 57)
Language
German
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Die Aussprachegruppen usw. 55 In neuerer Zeit ist diese Frage sehr verschieden angefasst worden. Der Rassenleugner Fishberg begnügt sich mit der Feststellung, dass Verschiedenheiten der Aussprache vorhanden sind*). Es wird noch zu besprechen sein, ob diese Tatsache in dem von ihm behaupteten Masse eine Folge der Assimilation ist. Der gewissenhafte Forscher A. Z. Idelsohn, — nicht zu verwechseln mit dem gleichfalls in Jerusalem tätigen Grammatiker Idelsohn-ben-Juda, — hat die Ausspr&chweisen des Hebräischen und die Sangesweisen bei den heutigen Juden aller Länder gesammelt. Er ha^fc die verschiedenen Formen der Aussprache aufs genaueste nach ihrem jetzigen Zustande aufgezeichnet und Tabellen hierüber in der Monatsschrift für die Wissenschaft des Judentums zusammengestellt, die später als Sonderabdruck veröffentlicht sind. Seine mehr auf musikvergleichendem Gebiete wichtigen Abhandlungen in der Zeitschrift ״Ost und West“ und im grossen, leider durch denKrieg unterbrochenen ״Melodienschatz“ darf ich wohl in diesem Zusammenhänge übergehen. Durch die Vollständigkeit und den Umfang seiner Sammelarbeit ist er nicht zur Untersuchung der Frage gelangt, wie denn diese mannigfaltigen Aussprachen sich als Nüancen zueinander verhalten, woher sie stammen, und wie sie zu gruppieren sind, Diese Gruppierung zu geben, ist der eigentliche Zweck unserer Ausführungen. Einen kleinen Anlauf zu historischer Untersuchung der Aussprachen haben wir in einer Abhandlung von Rabb. Dr. J. Cohn-Eschwege in der Carlebach-Festschrift zu sehen. Auf diese wird noch zurückzukommen sein. Sie neigt zwar zu einem Versuche, eine ״Normal-Aussprache“ festzustellen; dieser Versuch, den ich selber früher für möglich hielt und auch einmal öffentlich wagte, scheitert an denselben Schwierigkeiten, die jeder Normalisierung organischen Lebens im Wege stehen. Wir haben uns mit dem Vorhandensein der Aussprachen abzufinden; wir könnenN sie nur gruppieren und historisch auf ihre Quellen zurückverfolgen, ohne uns dabei auf irgendwelche Subsummierungstendenz fest- ) Aehnlich S. Feuchtwanger, Judenprobleme. 1915.

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