Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2292929-2293019-2293021--06014-2299297- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
50 Untersuchungen über die Entwicklung usw. Werken schöpfen, sondern wir haben die Pflicht, darüber hinaus zu dringen. In der Tat ist es uns gelungen, aus der verworrenen Fülle der Verzeichnisse in den uns erhaltenen Sammlungen die erste ״unabhängige״ Massoraschrift herauszuschälen und ihre genaue Gestalt zu rekonstruieren. Diese darf nun zur Beurteilung der massoretischen Leistungen in der damaligen Zeit restlos herangezogen werden; denn •sie ist der ausgeprägteste Niederschlag dieser Tätigkeit. Diese bestand nun nicht allein darin, dass die am Bibeltext stehenden Massoraangaben abgeschrieben und in einem selbstständigen Buch vereinigt wurden, sondern sie war viel intensiver und fruchtbarer. Kleine Angaben wurden zu grossen Listen zusammengeschlossen; diese wieder durch kleine ergänzt, vervollständigt, verbessert; verschiedene Rezensionen einer Li3te zu einer einzigen zusammengezogen usw. Aber ein Teil ihrer Tätigkeit verdient besondere Beachtung. Die meisten Verzeichnisse hatten noch nicht die letzte formtechnische Durchbildung erhalten; vor allem zeigten die meisten noch die Schlagwörterform. Hier hatten die Redaktoren der Urschrift die dankbare, aber schwierige und hervorragende Bibelkenntnisse voraussetzende Aufgabe, zu den kurzen Merksätzen oder Schlagwörtern, die beide eben wegen ihrer Schwerverständlichkeit sehr fehlerhaft überliefert waren, die b etref fenden Verse hinzuzufügen7). Diese ausgesprochene Gelehrtenarbeit bewirkte, dass die betreibenden Massorawerke (eigentlich ihre Urschrift,) noch in späteren Jahrhunderten als ein ganz hervorragendes Werk gerühmt wurden. Auch auf Einheitlichkeit und Gleichmässigkeit in den Ueber Schriften hat der Redaktor von X Wert gelegt. Dies könnte zweifelhaft erscheinen, da doch die Ueberschriften 7) Die Redaktoren der Erweiterungsschriften hatten an den von ihnen hinzugefügten Erweiterungslisten häufig noch dieselbe Arbeit zu leisten, wenn auch angenommen werden muss, dass dieselben im allgemeinen eine höhere Entwicklungsstufe zeigten als diejenigen Verzeichnisse, welche dem Redaktor von X Vorgelegen haben; denn letztere hatten eine viel kürzere Zeit gehabt, um sich zu entwickeln, als erstere.