Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Untersuchungen über die Entwicklung usw. 37 eben nicht hervorragend, doch eine erfreuliche Persönlichkeit, die nicht nur des jüdisch-religiösen Elternhauses gern gedenkt, sondern auch im System seinen Ueberzeugungen beredt Raum gibt — darin Hermann Cohen ähnlich — und mit besonderem Stolz die Propheten und die ethische Literatur nennt. Ueber wissenschaftliches Denken im Verhältnis zur religiösen Tradition ist hier nicht der Ort zu reden — ich hoffe, das gelegentlich einmal ausführlich tun zu können. Nur das sei nochmals betont, dass die der Religion heiligen Güter mehr Achtung als ehedem bei der Philosophie finden. Untersuchungen über die Entwicklung und den Geist der Massora*). Von Schuldirektor Dr. Ernst Ehreatreu-München. (Fortsetzung.) III. Kapitel. Die Zeit der Ochla w’ochla-Urschrift imd der Ochla-Erweiterungsvorschriften. Der freie Raum an den Rändern der Bibelkodizes (oben und unten, rechts und links) war es, wo die Massoraangaben während des Zeitraumes niedergeschrieben wurden, in welchen ihre hauptsächliche äussere und innere Entwicklung fällt. Spätere Massoreten, welche den Bibeltext kopierten, übernahmen auch diese Massoraangaben und fügten aus Eigenem oder aus anderen Bibelkodizes neue hinzu, sodass bald der freie Platz auf den Rändern nicht mehr ausreichte, wodurch die Genauigkeit der Angaben sehr litt. Da kam ein Massoret (vielleicht mehrere, vielleicht eine Schule) auf den sehr natürlichen und vernünftigen Gedanken, dass der freie Raum in den Bibelkodizes doch nicht gerade der günstigste Platz zur Niederschrift der Massoraangaben sei, und fasste daher den für die damalige Zeit sicherlich kühnen Entschluss, sie unabhängig vom Bibelkodex in *) Vgl. meine Ausführungen im ״ Jeschurun“ VIII 11, 12 (465—480); IX 3,4 (S. 137—164); 1X5/6 (S. 202—218); IX 9/10 (S. 380—346).