Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2292929-2293019-2293021--06002-2299285- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
38 Untersuchungen über die Entwicklung usw. einem eigenen Werk zu vereinigen. Dies widersprach allerdings dem eigentlichen Zweck der Massora, die ja ursprünglich deshalb an der Seite des Bibeltextes in den Kodizes stand, weil der Schreiber sofort beim Schreiben auf eine massoretische Merkwürdigkeit des Textes aufmerksam gemacht werden sollte. Ueberhaupt beginnt allmählich die Massora, welche bis jetzt eine ausgesprochene Hilfswissenschaft der Bibelschreiber gewesen war, sich auch innerlich unabhängiger von dieser Aufgäbe zu machen, und betritt neue Wege, die als Entartungen der ursprünglichen Massora anzusehen sind. Zu diesen ״selbstständigen״ ,״unabhängigen״ Massora- Sammlungen gehören H, P und Mf. Ihre Entstehung fällt in die Zeit, wo die eigentliche Entwicklung der Massoraangaben aufgehört hat. Doch weist die ganze Gestalt dieser drei Samralungen durch gleiche Merkmale auf eine gemeinsame Quelle in älterer Zeit hin. Denn schon ein flüchtiger Vergleich von H, P und Mf zeigt, dass sie grosse Gruppen von Verzeichnissen, zum Teil in gleicher Reihenfolge (bezüglich der Gruppen und der Verzeichnisse innerhalb derselben) gemeinsam haben, ferner dass die Listen, welche diesen drei Sammlungen in gleicher Weise angehören, die gleiche Rezension im Gegensatz zu anderen Quellen zeigen. Diese Tatsache legt uns nun den Gedanken nahe H, P und Mf genau zu kollationieren, um dadurch Aufschluss über ihr gegenseitiges Verhältnis zu erhalten. Und in der Tat hat diese Kollation, die naturgemäss auch scheinbar geringfügige Differenzen zu berücksichtigen hat, das Ergebnis gezeitigt, dass diese Quellen in letzter Linie auf eine gemeinsame Urschrift X zurückgehen, ohne unmittelbar von einander abzuhängen. Die erste Hauptfrage dieses Kapitels lautet daher: Was berechtigt uns, eine gemeinsame Urquelle X anzunehmen? Was lässt sich über die Gestalt von X aussagen? § 1. Wir geben zunächst eine Gegenüberstellung der Listen inH und P unter dem Gesichtspunkt der Reihen-