Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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80 Die Philosophie der Gegenwart usw. menologie ausgehend, über allgemeine und spezielle Logik zur Metaphysik gelangen. Daher sind mir V 0 1 k e 11 und Driesch am nächsten. Am wenigsten fühle ich mich philosophisch Y0n den Historikern wie Joel und Baeumker angeregt, die zwar Meister ihres Faches sind, der Weiterführung der Philosophie aber weniger zu bieten haben. Endlich liebe ich den streng sachlichen Zug: daher erscheine mir die Eigenwilligkeit eines A d i c k e s, der gewisse Züge vom Absoluten w i 11, wo es besser wäre, sie den Dingen abzulauschen, unzulässig. Sein Monismus und die Forderung, dass die Erscheinungswelt nicht allzusehr von der Wirklichkeit abweiche, sind seine Wünsche. Und ferner neige ich zu der Dichtung, die ihre Systeme auf streng Intellektualistischer Basis aufbaut und im Wissen das hervorragendste Element (auch des Wirklichen) erblickt. Darum sind mir Vaihinger und Jerusalem, die im Denken ein Mittel des Willens zum Leben sehen, das nicht einzigartig, sondern nur ein Instrument im Kampf ums Dasein ist, das auch nicht das Höchste bedeutet und bei uns hypertrophiert ist, nicht so nahe. Ich glaube, es kommt bei der Systembildung auf die letzten selbstbesinnlichen Tatbestände des Ich an und nicht auf biologische Theorien von der Bedeutung und der Genese des Denkens. Vaihinger verweist ausdrücklich auf Darwins Lehre, die ihn hier beeinflusst hat; das scheint mir in diesem Zusammenhang unangebracht, auch wenn Darwins Lehre nicht so anfechtbar wäre, wie sie ist. II. 1. Zum Thema übergehend, möchte ich in Kürze zunächst die Religion als Lebensfaktor der Philosophen darstellen und erst später die kritische Beurteilung der Religion durch sie schildern. Wie bereits erwähnt, ist eine gewisse Typik in dem religiösen Elternhaus und der religiösen Jugend der Autoren gegeben. Manche sehen wir aus geistlichen Häusern hervorgehen: die Väter von Vaihinger, Martius; in Toennies’ Aszendenz sind Pfarrer, Rehmkes Vater ist ein sehr religiöser Lehrer. Aber auch andere rühmen die Frömmigkeit des Elternhauses; Volket,