Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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28 Die Philosophie der Gegenwart usw. Philosoph, der mit Spezialuntersuchungen beschäftigt ist, noch nicht zur Systembildung gelangte. So müssen wir dankbar ein Werk begrüssen, das viele hervorragende Denker vereint, um in gedrängter Kürze ein Bild ihres Gedankenbaus zu zeichnen. So bedarf es kaum der Entschuldigung und Verteidigung, die der Herausgeber Dr. R. Schmidt in übertriebener Skrupelhaftigkeit dem Unternehmen vorausschickt. Denn um es, bevor wir zu weiteren Betrachtungen übergehen, gleich mit Dankbarkeit festzustellen: das Werk ist gelungen und trotz aller Ungleichartigkeit der einzelnen Beiträge ist der Gewinn, den der Leser von der Lektüre heimbringt, dauernd. Es gelingt in der Tat, auf Grund der Darstellungen die Probleme und Lösungen der Philosophie zu erfassen und von hier aus den Weg zu vertiefter Erkenntnis beim Studium der Original werke zu finden. Ich glaube, dass eine Besprechung des Werkes an dieser Stelle gerechtfertigt ist. Sind doch einerseits, wie viele der in dem Buch vertretenen Autoren betonen, Religion und Philo- Sophie zwei eng verbundene Gebiete; andererseits habe ich mir ja die besondere Aufgabe gestellt darzustellen, was in diesen drei Bänden über das religiöse Problem von Philosophen gesagt wird. Das wird gewiss allen religiös Gestimmten Interesse bieten, soweit ihnen nicht alles menschliche Denken, das nicht in Tradition wurzelt, eitel und nichtig scheint. — Doch möchte ich, bevor ich mein eigenes Thema behandle, noch einige allgemeine Bemerkungen machen. I. Der Versuchung, sich in breiter Darstellung persönlicher Angelegenheiten zu gefallen, sind doch einige erlegen. Ohne den Vorwurf der Eitelkeit zu machen, sind Abhandlungen, wie die des Wiener Philosophen und Pädagogen Hofier, die im übrigen ausgezeichnet ist, allzu redselig und gehen Persönlichem zu viel Raum. Man kann nicht von jedem eine strenge Sachlichkeit und Abneigung gegen die Mitteilung eigener Daten verlangen, wie sie sichtlich etwa hei Driesch, Rehmke, Heymans u. a. hervortritt. Aber auch A. Meinong, der an