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Jeschurun · 1923-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1923) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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gs Die religiöse Immanenz 25 Die Auflösung des Ichkomplexes, der Subjekt-Objekt- Relation, das Schwinden der Kategorien ״Raum“ und ״Zeit״, das ganze raum- und zeitlose Leben jenseits der Kausalität (alles Erscheinungen des Traumlebens, zahlreicher Pathopsychismen — wie Hypnose, hysterischer Dämmerzustand, schizophrene Denkvorgänge —, aber auch mancher Formen des Expressionismus), alle diese Erscheinungen kehren, weil sie für bestimmte innerlichste Weitbetrachtung typisch sind, auch in dem religiösen Bewusstsein wieder und erweisen an manchen höchsten religiösen Zuständen schon erkenntnistheoretisch und psychologisch deren Jenseitigkeit von aller rationalistisch-konstruktiven Formung und Begrifflichkeit XVI. Ueber den höheren Zusammenhang unserer Problemstellung mit dem allgemeicphilosophischen Gedankensystem bemerken wir noch dies. Offensichtlich wäre unsere Fragestellung nicht möglich in einem Zeitalter, das noch unreflektiert in einem philosophischen ״Realismus“ befangen auch der religiösen Welt gegenübersteht. Erst wenn der ganze kritische Prozess, der unser neuzeitliebes Denken kennzeichnet, innerlich mitgemacht wmrde und trotzdem die ganze religiöse Eigenwelt sich bedeutend und eigenstark erhalten hat, konnte unser Standpunkt der Immanenz entstehen. Wie aus dieser Immanenz dem immanenten Denker eine neue Transcendenz möglicherweise ersteht, das wird nur noch aus der religiösen Intuition begreiflich und ist lediglich aus ihr philosophisch zu rechtfertigen. Die religiöse Intuition — ein innerlicher Anschauungsprozess, eine Art Selbstschau und Schau der angenommenen Aussen weit und der Gottheit zugleich — begründet dem religiösen Menschen alle ihm mehr oder weniger gewisse Transcendenz, z. B. auch der Gottheit, nicht trotz, sondern gerade wegen der religiösen Immanenz. Das ist, auch dem religiösen Menschen selbstverständlich ״die unmittelbare Gewissheit“ (svapYsia), von der Philon gesprochen hat. So mag es dem religiösen Bewusstsein — selbst wenn es

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