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Jeschurun · 1923-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1923) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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24 Die religiöse Immanenz er das Alles hätte beweisen wollen, wir hätten mit Recht empört unser ganzes logisches Gewissen dagegen gewendet. Ais introspektive religiöse Intuition und Schau besteht es und bleibt von Wert. — Hierher gehört auch, was Eschenmayer die ,.Nicht- Philosophie" im Gegensatz zur Philosophie nannte. Einmal formutierte er es ganz thematisch: ״Die Philosophie in ihrem Uebergange zur Nichtphilosophie“ (Erlangen, 1803). ünmittelbares Wissen vermittelt uns höchste religiöse Erkenntnis usw. usw. — Der Beispiele sind Legion. Eine Geschichte des religiösen iDtuitionismus in Hinsicht Synthese und Kritik darf noch geschrieben werden. Uns kommt es hier nur auf die erkenntniskritisch-psychologische Struktur des religiösen Bewusstseins an. — Auch diese Beispiele bestätigen unsere systematische Einsicht, und bei allen aus der Fülle einer religiösen Existenz Schöpfenden sehen wir den gleichen typischen Vorgang. Sie beruhigen sich nicht an einer profanen Erfahrbarkeit der Welt, und auch im Zweifel vermöchten sie nicht bestehen. Sie steigen in's Innerste ihres Herzens tief und lodern — ein Feuer — im Angesichte Gottes. XV. Hier hat sich das Subjekt-Objekt-Verhältnis, das unser empirisches Denken gefangen hält, aufgelöst. Der ganze rationale Kategorien-Apparat fällt ab. Wie in traumartigen Zuständen und ihnen teilweise gleichartigen Zuständen der Ekstase sprengt sich die Antithese Subjekt — Objekt, und dann kann (wie mystische und ekstatische Seelenvorgänge dartun) der Religiöse auch zum מGotterfüllten“ wrerden. Denn die Grundkomponente alles kritischen Denkens, die Antithese Subjekt-Objekt, das Principium individuationis hat zu wirken aufgehört, und alle philosophische Kritik scheitert an der Seelenwirklichkeit der ״Erleuchtung“, der ״Gotterfülltheit“, der ״Ruhe in Gott“. Hier ist die Quelle der ״Unio mystica“ und aller rationalistisch hetrachtet so seltsamen Beziehungen des Einzelnen zur nun als allumfassend ״erfahrenen“ Gottheit.

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