Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Bedeutung des Ariertums usw. 17 endlich auch aus einem allgemeinen Gesichtspunkt nicht genannt werden. Nämlich wo in diesem Buche ein selbständiges Sichbehaupten des israelitisch-jüdischen Geisteslebens gegenüber indogermanischen Kulturwellen zugegeben werden muss (S. 22), da geschieht es nicht, ohne dass das jüdische Kulturleben zugleich beschimpft wird. Mit Nasenrümpfen wird gesagt, das Judentum sei schon ein ״zu festes und fertiges Gebäude gewesen“, als dass es durch den Hellenismus hätte umgebaut werden können. Aber dafür, dass in diesem jüdischen Kulturwegen erhabene Kräfte und Schätze gepflegt wurden, bat der Verfasser des zu beurteilenden Buches kein Wort übrig. Dass die Vertreter der prophetischen Religion Israels, dieses Mittelpunktes der ״israelitischjüdischen Kultur“ von vornherein und immerdar mit vollem Rechte gegen Entlehnungen aus den umgebenden Kulturen protestiert haben, dieser grosse massgebende Gesichtspunkt für die gerechte Beurteilung der Stellung Israels zu fremden Kulturzweigen, ist ebenfalls mit keinem Worte berührt worden. Trotz massenhaft gesammelter Einzelheiten ist also das zu kritisierende Buch seiner Aufgabe nicht gerecht geworden. Die religiöse Immanenz, Von Dr. Hermann Weyl, Frankfurt a. M. (Schluss.) XII. Nur kurz sei auf den innergeistigen Prozess im religiösen Bewusstsein vom Immanenten zum Transzendenten an zwei Beispielen verwiesen. Bei Fichte sieht man, wie dogmatisches Denken den Schritt vom Immanenten zum Transzendenten geht und eine zwar in ihrer Genese notwendige aber doch unkritischmetaphysische Geisteshaltung veranlasst: in der ersten Hauptepoche seines Denkens versteht er in einer gewissen wenn auch nicht in unserem Sinn gefassten Immanenz des Gedankens den Glauben an die Gottheit als den Glauben an die sittliche Welt-