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Jeschurun · 1923-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1923) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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16 Die Bedeutung des Ariertums usw. Dass endlich in der Zeit, wo der Hellenismus ganz Vorderasien überschwemmen wollte, er auch in Palästina bei einzelnen Sympathien fand, ist bekannt. Aber auch hier kann, wenn es sich um die Stellung der israelitisch-jüdischen Kultur zur griechischen handelt, nicht das Verhalten der ״Griechenfreunde״ massgebend sein, wie es bei Beer zunächst ist, bis er sich dann besinnt und die geistreichen Sätze schreibt: ״Im Ganzen war das Judentum schon ein zu festes und fertiges Gebäude, als dass es durch den Hellenismus umgebaut und umgestürzt werden konnte. Jedoch erhielt seine Fassade durch griechischen Einfluss ein anmutigeres Aussehen“ (S. 22 f.). Besonders der zweite Satz ist inhaltloses Wortgeklingel. Oder sollte er durch einen in der Nähe stehenden Satz erläutert werden? Er lautet: ״Das eine Gute hat der Hellenismus erreicht: der durch die Auseinandersetzung mit der orientalischen Grosskultur im Judentum ausgelö3te und durch den Parsismus und Hellenismus selbst geförderte Trieb zum U n i v e r s a - lismus reagierte jetzt kräftig gegen den Hellenismus selbst und übertrumpfte ihn“ (S. 23). Also nun wissen wir es. Nicht in den alten Quellen der prophetischen Religion ist die allgemeinmenschliche Bestimmung derselben enthalten. Die Sätze ״ln dir (oder deiner Nachkommenschaft) sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden“ (1. Mos. 12, 3 b und so fünfmal im ersten biblischen Buche) oder vom Hinaufwailen aller Völker zum Tempelberge (Jes. 2,2—4) oder ״dass du der Vermittler meines Heiles seiest bis ans Ende der Erde“ (49, 6 b) sind für diesen Kulturgeschichtsforscber ausgestrischen. Für diesen ist die prophetische Religion Israels erst durch die ״orientalische Grosskultur“ — wieder ein unverständlicher Kraftausdruck — mit dem Trieb zum Universalismus erfüllt worden. Gerecht also kann das Urteil über die Stellung der israelitisch-jüdischen Kultur zu indogermanischen Einflüssen, das in dem zu prüfenden Buche abgegeben ־worden ist, schon wegen der einzelnen Annahmen nicht genannt wrerden, die über angebliehe Entlehnungen Israels aus dem indogermanischen Kulturteeise gemacht wT0rden sind. Gerecht aber kann dieses Urteil

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