Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Bedeutung des Ariertums usw. 15 ausgesprochen ist, dass die prophetische Religion Israels den Charakter einer Erlösungsreligion besitzt, das soll erst von Israels Berührung mit dem Persertum stammen! Ferner leitet Beer (S. 15) aus der persischen Vorstellung ״Die wünschenswerte Herrschaft״ die Idee der malchuth ha-schamäjim, also der Königsherrschaft des Himmels, d. h. Gottes (Theol. A. Ts. § 63, 2) ab. Aber der Gedanke von der König־ Stellung des Ewigen war längst vorher in der legitimen Religion Israels lebendig (2. Mos. 15, 18; Ri. 8, 23 usw.). Nichts Neues ist es dann freilich, wenn er den Satan aus der Zoroastrischen Religion übernommen sein lässt. Aber neu ist es, wenn er es tut, obgleich er Ahrimann als den ״uranfänglichen Gegenpart des guten Geistes im Parsismus“ erwähnt und ebenso ausdrücklich zugestehen muss, dass das Judentum den persischen Dualismus vermieden und den Satan nicht zum ebenbürtigen Gegner Gottes, sondern zu seinem abgefallenen Geschöpf gemacht hat (S. 15). So offen trotz der Verschiedenheit der Vor- Stellung doch ihre Entlehnung anzunehmen, kann nur auf einer vorgefassten Meinung, auf der Voraussetzung beruhen, dass die jüdische Religion möglichst unselbständig gewesen, aus vielen fremden Bruchstücken zusammengesetzt worden sei. Diese Grundansicht Beers zeigt sich auch bei seiner Stellungnähme zur Frage nach dem persischen Ursprung des israelitischjüdischen Auferstehungsglaubens. Es ist nämlich eine ausgemachte Tatsache, dass die Auferstehung nach persischer Ansicht eine allgemeine, aber nach einer Reihe älterer Stellen des jüdischen Schrifttums (Jes. 26, 19; Dan. 12,2 usw.) nur eine teilweise ist. Dies ist auch von Edwin Albert in seiner Dissertation ״Die israelitisch-jüdische Auferstehungshoffnung“ (Königsberg 1910) ausser andern Gegengründen gegen die persische Herkunft dieses jüdischen Glaubensmomentes aus den Quellen entfaltet worden. Aber anstatt auf seine Beweisführung, über die ausführlich in meiner Theol. A. Ts. § 93, 3 referiert ist, Rücksicht zu nehmen, hat Beer sich wieder zu denen (z. B. Gunkel in Reden und Aufsätze 1913, 167) gestellt, die den Auferstehungsglauben Israels aus der Fremde stammen lassen.