Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Bedeutung־ des Ariertums usw. 13 fassung der Religionsgeschichte Israels bei vielen Neueren herrscht. Denn er nimmt das, was Ahas ״nach den Greueln der Heiden״ und Manasse zum ״Missfallen des Ewigen״ tat (2. Kön. 16,3; 21,6), als ein Anzeichen der in Israel geltenden Sitte. Diese Verwechslung der in Is^iel zu Recht bestehenden Religion mit dem Abfall von ihr zieht sich leider wie ein roten Faden durch die meisten neueren Werke über die Geschichte Israels7). Die Vertreter der legitimen Religion Israels hatten das geschichtliche Bewusstsein, dass schon Abraham (1. Mos. 22, 11 ff.) zu der Erkenntnis geführt worden ist, dass der wahre Gott über Menschenopfer erhaben ist und nur den höchsten Grad von herzlicher Hingebung an ihn fordert. Uebrigens ist auch die von Beer nach dem obigen Zitat versuchte Art und Weise, die Menschenopfer mancher Semiten von den Ariern herzuleiten, eine so künstliche, weit hergeholte, dass sie keinen Grad von Wahrscheinlichkeit beanspruchen kann. Mit der ferneren Behauptung, dass der Prophetismus vom Ariertum auf Israel übergegangen sei (S. 11), beteiligt sich Beer an einer jetzt weit verbreiteten Annahme. Es ist die Be־ hauptung, dass Israel von vornherein keine Propheten besessen habe, sondern diese erst seit Samuels Zeit in Israel aufgetreten seien. Dass diese moderne Aufstellung aber nicht einmal an der Notiz ״Denn den Nabf von heute nannte man vormals den. Seher1) ״. Sam. 9,9) einen sicheren Anhalt besitzt, kann auf einleuchtende Weise gezeigt werden. Diese erläuternde Zwischenbemerkung wollte nämlich erklären, weshalb Samuel vorher (V. 6, V. 8) ein ״Mann Gottes״ genannt worden ist, aber von Saul in der Anrede an die Wasserträgerinnen und im Zusammenhang damit (V. 11, 18 f.) der Ausdruck ״Seher״ gebraucht wurde. Darnach ist die Meinung des Textes, dass in gewissen Fällen für den Ausdruck nabf vielmehr rö'e gesagt wurde. Es waren aber die Fälle, wo die leicht auf das Aeusserliche achtende Volksmasse den Ausdruck bestimmte und wo der nabf als Ratgeber aufgesucht wurde. Dieses Urteil wird auch noch durch 7) Viele genaue Belege dafür gibt meine ״Theologie des A.T.“ (1922),