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Jeschurun · 1923-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1923) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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10 Die Bedeutung des Ariertums usw. Rolle, ob das israelitische Geistesleben bei der Religion Zara thustras oder dem späteren Parsismus Anleihen gemacht habe. Aber seit mehreren Jahren meinen manche, auch schon in den ältesten Zeiten Israels eine Entlehnung indogermanischer Kulturbestandteile feststellen zu können. Dies hängt mit der fortschreitenden Erforschung der Kultur- Verhältnisse der Hethiter3) zusammen, die sich an die 1906 erfolgte Auffindung vieler Keilschrifttexte anschloss, die zu Boghazköi im östlichen Kleinasien durch Hugo Winckler gemacht wurde. In diesen Hethitern ist seitdem ein Volk erkannt worden, das zwar in dem ״kurzen Schädel, der zurücktliehenden Stirn und dem stark vorspringenden Nasenbein“ nicht den Typus der Arier zeigt, dessen Sprache aber nach ihrem ״grammatischen Formenbau eine indogermanische Sprache ist“, wenn auch der hethitische Wortschatz in weitestem Umfang mit nichtindogermanischen Bestandteilen durchsetzt ist4). Durch diese Entdeckungen ist die biblische Nachricht, dass Hethiter in Hebron gesiedelt haben (1. Mos. 23, Iff.), nachdem sie bei manchem modernen Darsteller des israelitischen Altertums5 6) als ein ״Miss- Verständnis“ verlacht worden war, glänzend als Wahrheit bestätigt worden. Aber zugleich haben manche sich daran gemacht, den Einfluss dieses wenigstens eine indogermanische Sprache redenden Volkes auf die Vorstellungen und Gebräuche Israels zu untersuchen. Der umfassendste Versuch dieser Art ist aber von Prof. G. Beer (in Heidelberg) in seiner Schrift ״Die Bedeutung des Ariertums für die israelitisch-jüdische Kultur“ (1922) unternommen worden, und einer gütigen Aufforderung des verehrten Herausgebers dieser Zeitschrift folgend, darf ich ihren Lesern einen kritischen Ueberblick über Beers Meinungen geben. Um dabei sofort mitten in die Sache hineinzugehen, meint 3) Hebräisch: Chitti; babylon.-assyrisch: Chatti; ägyptisch: Cheta. 4) Nach den gründlichen Untersuchungen von Joh. Friedrich, ״Die hethitische Sprache“ (in der Zeitschrift der Deutschen morgenländischen Gesellschaft 1922, 153 ff ). 6) Z. B. bei B. Stade, Geschichte des Volkes Israel, Bd. 1,143, Anm.

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