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Jeschurun · 1922-11-01 · Heft 11-12 (November 1922) · p. Seite 404

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 11-12 (November 1922)
Date
1922-11-01
Page
Seite 404 (sequence 20)
Language
German
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404 Aus R. Akiba Egers Heimat Erwerbsverhältnissen und dem Geldwert jener Zeit geradezu als grosszugig bezeichnet werden muss“. Der Zinsendienst von zwei Häusern und einem Kapital von 5000 FL soll dazu verwendet werden, sechs arme Kinder zu unterrichten, sie zu kleiden und sofern sie aus einem anderen Orte stammen, auch zu ernähren“. Also eine Schul-, nicht Gelehrtenstiftung in der Mitte des XVIII. Jahrhundertes, mehr als ein halbes Jahrhundert vor Gründung des Frankfurter Philanthropins und der Talmud- Toraschule in Hamburg! Diesem Eisenstädter Anfang hat blos der Rothschild gefehlt oder die werktätige Mithilfe einer Grossgemeinde, aber auch heute besteht die Stiftung im alten Stiftungsgebäude und fristet äls ״Isr. Volksschule“ ihr. dürftiges Dasein! Das gute Beispiel fand bald Nachahmer. Als Samuels Frau, die Tochter des berühmten Wormser Rabbiners, Moses Broda (oder wie er in hiesigen Akten noch genannt wird: Moses Bamberger), einJahrnach ihremManne (1757) das Zeitliche segnete, (No. 252), vermachte auch sie, w~enn auch einen bescheideneren Betrag zu Zwecken einer Brennholzstiftung. Der einzige Sohn dieses Ehepaares war Moses Guns, der Vater Akibas; ein anscheinend bescheidener Mann, der sich ausschliesslich dem Thora- Studium widmete, öffentlich sich blos um die Almosengelder für Palästina betätigte. Mehr praktischen Sinn und Energie scheint seine Frau, Gut! (No. 550) besessen zu haben, die würdige Tochter des frühverstorbenen Rabbinatsvorsitzenden in Pressburg, R. Akiba Eger, dessen Doppelname ja ihr ältester Sohn erben sollte. ״Hat Salomo unter tausend Frauen keine gefunden, hier hätte er sie finden können“ — lobt die Grabinschrift, die (im Jahre lbll) wohl schon auf R. Akiba anspielend, hervorhebt: ״sie pflanzte edle Sprossen, die zu Zedern heranwuchsen“, ihre Rührigkeit und mütterliche Fähigkeit ersehen wir aus einem weitläufigen Gemeindeprotokoll (das schon im Wiener Wachstein, Band II, Anfang, mitgeteilt geworden), in dem sie für die Bewerber ihrer Tochter die Lehrerstelle bei der Guns’schen Stiftung zu erwerben sucht, mit der ein Wochengehalt von 2 Fl verbunden war. Akiba und sein Bruder Bunam, damals schon Rabbiner in Mattersdorf, befürworten das Ansuchen und der

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