Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1922)
- Date
- 1922-11-01
- Page
- Seite 405 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2292929-2293011-2293018--05898-2299181- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Aus R. Akiba Egers Heimat 405 Vorstand — wohl unter Kautelen, — willfahrt ihm. Von den Geschwistern Akibas ruhen noch zwei Schwestern in Eisenstädter Erde und ein Bruder, Samuel Schlesinger (so heisst er auch schon in hehr. Quellen!), der zu Vorzugspreisen eine Wohnung im Stiftungsbause inne hatte; ausserdem Akibas Grossmutter auch mütterlicherseits, die zweimal verwittwete ״Rabbinerin“ von Pressburg und Prag, die ihre letzten Jahre hier zubrachte. Wenden wir noch der Seitenlinie der Guns einen Blick zu, so finden wir die Familientraditionen: Gelehrsamkeit und Grosszügigkeit, in gleichem Masse gewahrt. Ungefähr zur gleichen Zeit, wie der obenerwähnte Samuel Guns, verewigte auch sein Brudersohn, ebenfalls Samuel Guns (No. 445), seinen Namen durch Legate, die bis heute segensreich fortwirken. Am oberen Ende der Judengasse, hart an den Friedhof anstossend, liegt noch heute das ״Hekdesch“, Armen- und Siechenhaus der Gemeinde, darüber ein Lehrhaus, das sog. Beth-hamidrasch, das der Stifter gleichzeitig mit einer reichen Anzahl von Büchern versorgte. War ja sein Haus selbst, in dem eine ihm ebenbürtige Gattin waltete, eine Sammelstätte für Waisen, wie ein Sohn des eben in Eisenstadt zum Weltruf gelangten Mhram Asch (= Eisen-stadt), des Neubegründers und ersten Rabbiners der Gemeinde, in einem Vorworte uns meldet. Und wie der Vater, so der Sohn. Wolf (No. 762), renovierte und vergrösserte das Lehrhaus und selbst dessen Sohn, Ahron, der kränklich und als Junggeselle starb, bedachte wohltätige Anstalten. — Wer heute die — am Sabbat noch jetzt mit Tor und Kette abgeschlossene — ״Judengasse“ besucht, findet freilich keinen ״Guns“ mehr vor, obwohl näher-ferner fast sämtliche Familien der Gemeinde mit ihnen verschwägert sind. Aber das Andenken an diesen ihren grössten Sohn, den sie ca. 1810 ja auch mit einem Berufungsschreiben an sich knüpfen wollte, lebt in mancherlei verschwommenen Sagen und Erinnerungen hier fort. Im ,,Sabbatstübchen“ des Sändor Wolfsehen Museums, — selbst eine Sehenswürdigkeit dieses Städtchens, — sehen wir, in Gobelin gewebt, das lebensvolle Bildnis R. Akiba Egers; dagegen ist eine persönliche Reliquie von ihm, die Wickelmappe