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Jeschurun · 1922-11-01 · Heft 11-12 (November 1922) · p. Seite 403

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 11-12 (November 1922)
Date
1922-11-01
Page
Seite 403 (sequence 19)
Language
German
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Aus R. Akiba Egers Heimat 403 buch), — infolge der mannigfachen persönlichen und Wirtschaftliehen gegenseitigen Beziehungen zwischen Wien und Eisenstadt, — eine der meistbenutzten Quellen. Nun sollen dieselben aber restlos der allgemeinen Wissenschaft zugänglich gemacht werden. Ein Vollblut-Eisenstädter, Sändor Wolf, ein edler Kunst-und Menschenfreund, in dessen Persönlichkeit sich allgemein jüdisches Interesse mit lokalpatriotischem Ahnenstolz vereinigt, hatte die Ambition, einen eigenen Eisenstädter ״Wachstein“ zu besitzen und mit mäzenatischer Geste, lässt er auf eigene Kosten ״Eisen- Städter Forschungen“ erscheinen, in deren 3 Bänden nicht weniger, als ״die lückenlose, kulturgeschichtliche Würdigung eines Ghetto“ geboten werden soll. Alte Truhen, vergilbte Vereinsbücher, verschlossene Archive dieser altehrwürdigen Gemeinde öffnen sich nun, die Steine des alten Friedhofes beginnen zu sprechen und in dem jüngst, in herrlicher Ausstattung erschienenen I. Bande *) sehen wir über 1000 Personen des XVIIL und XIX. Jahrhunderts neuerstehen, interessante Typen und Leuchten des Geistes und Charakters, wie sie — in dieser Fülle — blos das vielgeschmähte Ghetto hervorbrachte. Unter ihnen an ersten Stellen die ״Guns“. Gleich Nr. 243, ein in edler Form und in edler Sprache gehaltener Grabstein lässt uns eine ״edle Perle“ (= Margulies) beklagen; es ist der Sohn jenes obenerwähnten Israel Guns: Samuel. Wie Wachstein uns belehrt, bekleidete er alle möglichen Ehrenämter in der Gemeinde und führte als Richter ein strenges Regiment, um Zucht und Sitte herzustelien und in die zerrütteten Finanzen der Gemeinde Ordnung zu bringen. Dm Tüchtigkeit und Rechtschaffenheit seines Stammes hatte sich in ihm vererbt, aber auch die Opferfreudigkeit seiner Ahnen. Trotzdem seine Geschäfte, — als Gürtelverkäufer führt ihn die Konskriptionsliste von 1735 an — den Rahmen und Masstab der Kleinstadt überstiegen, ״hat er eine Stiftung hinterlassen, die bei den *) ״Die Grabschriften des alten Judenfriedhofes in Eisenstadt“. Bearbeitet von Dr. Bernhard Wachstein. Mit einer Studie: Die Ent- Wicklung des jüd. Grabsteines und die Denkmäler des Eisenst. Friedhofes; von Sändor Wolf. Wien 1922, Adolf Holzhausen.

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