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Jeschurun · 1922-11-01 · Heft 11-12 (November 1922) · p. Seite 402

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 11-12 (November 1922)
Date
1922-11-01
Page
Seite 402 (sequence 18)
Language
German
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402 Aus R. Akiba Egers Heimat den hebr. Urkunden Mordechai Margulies), der als letzter Vorsteher der alten Wiener Judenstadt im Jahre 1670 den ״Gerusch* mitmachen musste, nach Nikolsburg flüchtete und von dort jahrelange, wohl erfolglose Unterhandlungen mit der Regierung zwecks Wiederkehr der Juden führte. Auf einem derartigen Vermittlerwege, wahrscheinlich 1683, ereilte ihn von polnischen Soldaten der gewaltsame Tod: auf den Grabsteinen seiner Söhne wird er mit der Eulogie des Märtyrer ,.Hakkodausch״ — der Heilige — benannt. Wahrlich der würdigste Auftakt für die Ahnenreibe eines R. A. Eger! Zwei Söhne hatte dieser Brave: der ältere Ascher Antschel, in den deutschen Quellen Israel, der jüngere Benjamin Wolf oder Wolfgang, dessen Nachkommen sich von nun an oft Margulies- Jaffa nennen, vielleicht nach der Familie der zweiten Gattin benannt, deren Zusammenhang mit dem 1612 verstorbenen Posener Oberrabbiner, Mordechai Jafe, dem Verfasser der ״Lebuschim״, — den Kaufmann voraussetzt — aber noch zu beweisen sein wird. Beide Söhne wandten sieb, wie die meisten Exulanten, nach Mähren und von dort nach Ungarn, wo sie sich alsbald als Zolleinnehmer und Militärlieferanten Verdienste erwarben. Wie der ihnen 1716 von Karl VI ausgestellte Schutzbrief besagt, ״haben sie sich, dem königlichen Dienste treu und dem Staate nützlich und erspriesslich bewrährt, infolgedessen sie auch die Ausplünderung und Beraubung ihres sämtlichen Vermögens und zwar obengenannter Israel mit offenbarer Lebensgefahr erleiden mussten״. Vielleicht eben infolge dieses Vorganges zog nun auch Israel, der bisher in Guns lebte und von dort den Namen seiner Familie erhielt, — nach Eisenstadt, dem Zentrum der damals unter Eszterhazy’schen Schutz stehenden ״Siebengemeinden״, wo sein Bruder sich schon früher niedergelassen hatte. Wolfgang zog es, sobald die Tore Wiens wieder geöffnet wurden, nach der Hauptstadt zurück, Israel aber blieb seiner neuen Heimat treu, in deren Annalen die Familie Guns, eben bis auf unseren Akiba, eine glänzende, führende Rolle spielte. Schon in Wachsteins erwähntem Inskriptionenwerke bildet der Eisenstädter Friedhof und das EGB (Eisenstädter Gemeinde-

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