Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1922)
- Date
- 1922-11-01
- Page
- Seite 391 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Urattribute Gottes usw. 391 sehen. Sie will auch für dies Gegensatzpaar dem Juden eine Aufgabe stellen, dem Ebenbilde aufgeben, dass es das Vorbild zu erreichen suche und ihm den Gedanken nehmen, dass die Lösung weil unmöglich garnicht versucht werden könne. Auch für Gott ist es dir unfassbar, wie das אחד zur alles zusammenfa8senden Einheit zum יחוד wird. Und doch ist diese Einheit. Wie bei der Heiligkeit es heisst *n קדושים תהיו כי קדוש אני אלוקיכם heilig sollt ihr werden, wie Gott heilig ist, bemüht euch, Ihm in Heiligkeit nachzustreben, wenn das Ziel auch für den auf Erden Wallenden unerreichbar ist, so sollt ihr danach trachten eins zu werden, wie Gott Einer ist. Zu dem Gotte, den wir in יהוד bekennen, beten wir darum ליחד לבבנו, dass er unserem Herzen, das sich immer in die zwei Herzen, die beiden gegensätzlichen Triebe spaltet, den Trieb zum Guten und zum Bösen, uns angeboren mit der Doppelgestaltung von Leib und Seele, dass ׳er diesem unseren Herzen helfe, die innere Einheit zu erlangen. Die ganze Erziehungsgeschichte der Menschheit verläuft eigentlich in nichts anderem als den immer wiederholten Versuchen der göttlichen Vorsehung, den Menschen von den Folgen dieses inneren Zwiespalts, wenn er durch das Versinken in das Leibliche und Widergöttliche immer wieder der Entartung verfällt, zu erlösen. Von dem Sündenfall des ersten Menschen über das Geschlecht der Sintflut, des Turmbaus zu Babel, den Abfall der heidnisch gewordenen Völker, den immer wieder sich aufbäumenden Ungehorsam Israels, die unzureichenden Lösungen der Tochterreligionen des Judentums, die das Herannahen des messianischen Heils in der nichtisraelitischen VölkeTwelt vorbereiten sollten, bis auf unsere Zeit geht eine einzige Linie der Gebrochenheit, und es scheint, als ob die letztvergangene Zeit und die unsere mehr als je das Kennzeichen der inneren Zerrissenheit an sich trägt. Standen die früheren Zeit doch immer noch zum mindesten unter der theoretischen Forderung, alles auf das Verhältnis zu Gott zu beziehen, ein Reich Gottes auf Erden zu gründen. Aber die Religionen der Menschheit verloren