Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 375 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Bedeutung David Hoffmanns usw. 375 es ferner bloss Geldbussen für die Priester gegeben, Schuld- und Sühnopfer dagegen erst seit Ezechiel.77) Dieses anscheinend nur archäologische Detail ist für Wellhausen jedoch Rückgrat seines so weittragenden, imposanten Geschichtsaufbaus. Mit den Friedensopfern 78), den ״fröhlichen Gastmählern mit der Gottheit“, schwinde nämlich unwiederbringlich der Geist naturhafter Fröhlichkeit, das Verwachsensein von Opfer und Lehen. An seine Stelle tritt mit dem Ganzopfer der abstrakte gottesdienstliche Charakter. ״Der Atem des Lebens zog nicht mehr hindurch. Der Kultus, der ehedem spontan, wird jetzt Statut“ 79). Nur schade, dass gleich den anderen frappierenden ״Entdeckungen“ Wellhausens auch diese Charakteristik jedes Anhalts in den Quellen entbehren muss. Umgekehrt, Hoffmann überzeugt nahezu, dass das Opferwesen der Israeliten eher von der Ola seinen Ausgang nahm. Um nur einiges aus Hoffmanns Beweisführung dazu80) herauszugreifen: Noah, Abraham und Isaak wissen nur vom Ganzopfer (wie auch die einfache Gabe von Kain und Abel im ganzen Gott geweiht wurde). Wenn Isaak auf dem Weg zum Berge Moriah seinen Vater fragt: ״Siehe, da ist Feuer und Holz, wo ist aber das Lamm zum Ganzopfer?“ (Gen.22, 7), so klingt diese Frage, als ob es gar keine anderen Opfer gäbe (oder beweist zumindest, dass das Ganzopfer vorherrschte). Als Gemeindeopfer hat das Ganzopfer wohl jederzeit dominiert, und so mag der Altar mit Recht die Bezeichnung ״Ganzopferaltar“ tragen. Unter den Privatopfern dagegen hat sicherlich immer das Friedensopfer überwogen (letzteres bezeugt auch P deutlich genug: Nu. c. 7 u. a. m.); kein Wunder da, wenn diese einfachen Mahlopfer auf den Höhen besonders häufig waren. Des weiteren tut Hoffmann dar81), dass Schriftstellen von unbestritten vorexilischem Alter im Sündopfer bereits eine allgemein bekannte Einrichtung sehen (Ps. 40,7; Jer. 17,1; Hos. 4,8). Hinzu kommt noch, dass Olah im Sprachgebrauch mancher biblischen Bücher auch das Sündopfer meint (bes. Esra 8,35). Hiernach wurde Olah also zu der allen hochheiligen Opfern gemeinsamen Bezeichnung 77) 71 ff. 78) Pr. 69 f., besonders 74 ff. 79) Pr. 76. 80; (Das Ganze) WJ 95. 81) WJ 96 ff. (auch zum Weiteren).