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Jeschurun · 1922-09-01 · Heft 9-10 (September 1922) · p. Seite 374

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 9-10 (September 1922)
Date
1922-09-01
Page
Seite 374 (sequence 70)
Language
German
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374 Die Bedeutung David Hoffmanns usw. Ueberschätzung des argumentum ex silentio von seiten Wellhausens auf das richtige Mass zurtickzuführen). Am meisten von Gewicht wäre hier noch der Versuch Wellhausens72), aus II Kön. 16,15 (״das Ganzopfer des Morgens und das Speiseopfer des Abends“) herzuleiten, in vorexilischer Zeit sei täglich im ganzen eine Ola, nämlich bloss morgens, und eine Mincha, nur abends, dargebracht worden (im Widersprach zu der Vorschrift des P über das zweimalige tägliche Opfer; Nu. 28,1 ff.; Ex. 29, 38 ff.). Eine Stelle, die an und für sich gewiss der Aufklärung bedarf, aber so verstanden auch einem Wellhausen zuviel bewiese73). Allein eine nachexilische Abfassung des P zu Esras Zeiten würde nämlich hier nicht mehr ausreichen, da auch Esra 9, 4, 5; Dan. 9, 2 nur von einer Mincha des Abends sprechen. Wiederum anzunehmen, jenes für den Kultus grundlegende Opfergesetz sei erst nach Esra dem Pentateuch (doppelt!) einverleibt worden, muss der Kritik doch selbst von deren Standpunkt indiskutabel erscheinen, auch wenn Wellhausen den Mut zu dieser sehr bezeichnenden Folgerichtigkeit besitzt. Bleibt also nur der Ausdruck jener feinsinnigen, ungezwungenen Exegese Hoffmanns:74) Wenn beim täglichen Opfer morgens und abends (entsprechend der pentateuchischen Vorschrift und dem Berichte der historischen Bücher) neben der Ola eine Mincha dargebracht wurde, so beginnt der tägliche Opferdienst mit der Olah und endet mit der Mincha. Der Ausdruck ״die Olah des Morgens und die Mincha des Abends“ bezeichnet also Anfang und Schluss des täglichen Opfergottesdienstes75). Eine ausgesprochene Tendenzkonstruktion ist die weitere Aufstellung Wellhausens76), in älterer Zeit käme das Ganzopfer äusserst selten vor, die meisten Opfer seien Schelamim gewesen; bei P hingegen sei das Verhältnis umgekehrt. Bis dahin habe 72) Pr. 77. 7s) Hoff mann, WJ 88 f. 74) S. vorige Anmerkung. 75) Im Kommentar (Lev. 1 38) neigt Hoffmann jedoeh der Meinung zu, in der ״Mincha des Abends“ die Hohepriestermincha (Lev. 6,12—16) zu sehen, welche (nach dem Talmud) täglich als letztes Opfer auf dem Altar aufdampite. 76) Pr. 68 ff.

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