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Jeschurun · 1922-09-01 · Heft 9-10 (September 1922) · p. Seite 372

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 9-10 (September 1922)
Date
1922-09-01
Page
Seite 372 (sequence 68)
Language
German
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372 Die Bedeutung David Hoßmanns usw. ausschliesslich in ihnen das Wesen des Gesetzes erblickt und darum glaubt, mit einer dazu noch rein mechanischen Opferdarbringung, die der inneren Teilnahme ermangelt, das Gewissen zu beschwichtigen, hingegen die Grundlage des Gesetzes, dessen ganzen Weg einzuschlagen Gott befohlen hat, vernachlässigt oder gar verleugnet, macht es sich einer Sinnwidrigkeit schuldig, die Jeremias nicht scharf genug zu geissein vermag62). Ebenso wie Wellhausens Versuch, den Propheten zu suggerieren, sie hätten den Offenbarungscharakter der Opferthora geleugnet, fehlgeschlagen ist, geht seine Annahme63) irre, JE und P würden den Ursprung des Opferdienstes verschieden darstellen; u. z. seien erstere der ״naturgemässen“ Anschauung, der Opferkultus sei so alt wie die Welt, P dagegen hege den ״wunderlichen Gedanken464'־), Gott oder Moses habe plötzlich das Opferritual erfunden und eingeführt, während die vormosaische Zeit, die Patriarchen eingeschlossen, hoch keine Opfer gekannt hätte. Weshalb hier ein Schweigen von P völlig belanglos wäre, ist schon oben65) betont worden. Darüber hinaus weiss aber Hoffmann66) noch andere stichhaltige Indizien dafür beizubringen, dass P einen älteren Opferkultus voraussetzt. Während Lev. c. 1—5 beim Sühn- und Schuldopfer die Veranlassung nennt, offenbar weil dieselben eine Neuschöpfung sind, fehlt eine solche Angabe beim Brand-, Speise- und Friedensopfer; doch wohl darum, weil diese letzteren schon vorher bei den Israeliten in Uebung standen, also damals bereits vorgefunden wurden. Die Priesteranteile der gleichen Opfergattung werden als ״Anteile von den Feuerungen des Ewigen44 bezeichnet, welche Benennung sich am besten daraus erklärt67), dass in vormosaischer Zeit (ebenso wie später noch bei den Privataltären) diese Anteile für das Altarfeuer bestimmt waren und erst durch die 62) Zu Amos 5, 25 s. Hoffmann, WJ 92 Lev. I 266. 62) Pr. 53 ff 64) L. c. 55. 65) S. 353. 66) Hierüber Hoffmann, WJ 90f. 67) Zu diesem Punkte s. ausserdem noch ״Lev.“ 49 f.

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