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Jeschurun · 1922-09-01 · Heft 9-10 (September 1922) · p. Seite 370

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 9-10 (September 1922)
Date
1922-09-01
Page
Seite 370 (sequence 66)
Language
German
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370 Die Bedeutung David Hoffmanns usw. Feste, Festopfer, Erstlinge erscheinen im Bundesgesetz des Exodus beinahe als Kern des Gottesdienstes und ihre pünktliche Einhaltung wird besonders eingeprägt. Wie reimt sich das zu der Anschauung, dass Gott auf Opfer keinen Wert lege und ähnlichem mehr? Wellhausen (behauptet es wohl,) unternimmt aber noch nicht einmal den Versuch darzutun, wieso jene prophetische Polemik Opfergesetzgebung und Opferbewertung eines J oder E, von D (c. 12 *16־־־) zu schweigen, weniger treffen soll als die des P. Eine Unterscheidung, die allerdings jedes Haltes entbehren würde. Aber lauten denn gelegentliche Aeusserungen der Propheten über Sabbath, Festtagsfeier, ja über das Gebet, weniger abfällig, und doch, wer möchte hieraus die gleichen Schlüsse ziehen? Selbstredend denken die Propheten aber garnicht daran, gegen Opfer und Kultus, Sabbath und Gebet als solche ins Feld zu ziehen, sondern gegen ihre Veräusserlichung; jene gedankenlose Art, wie sie das Volk übt, ohne die rechte Gesinnung, die erniedrigt allerdings gottgebotene Pflichten zur angewöhnten Menschensatzung. Das geht jeweils aus dem Zusammenhang hervor, wie es einzeln bei Hoffmann nachzulesen ist. Beachtliche Schwierigkeiten, die aber für jede exegetische Richtung, bietet nur Jer. 7, 22: ״Ich habe nicht mit euren Vätern gesprochen und ihnen nicht befohlen, am Tage, da ich sie aus Aegypten herausgeführt habe, wegen Ganz- und Schlachtopfer, sondern dies habe ich ihnen befohlen: Gehorchet meiner Stimme, so will ich euer Gott und ihr sollt mein Volk sein0. Auch hier, wo andere sich eine wirklich befriedigende Erklärung versagen müssen, leitet Hoffmann jenes typische exegetische Feingefühl auf die richtige Fährte58): Nicht damit befasst sich hier Jeremias, was überhaupt Gegenstand göttlicher Offenbarung war, vielmehr hat‘ er einen bestimmten Offenbarungsakt im Auge. Als nämlich Israel sich zum Auszug aus Aegypten anschickte und durch Moses den Befehl vernahm, Gott am Berge Sinai zu dienen, hegten die Israeliten die Meinung, den Höhepunkt der bevorstehenden 58) Der Text ist bestrebt, die verstreuten Ausführungen Hoffmanns (WJ 93, diese Zeitschrift III 317 f, Lev. II 237, I 265), die sich gegenseitig ergänzen, *zu einem einheitlichen Bilde zu vereinen.

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