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Jeschurun · 1922-09-01 · Heft 9-10 (September 1922) · p. Seite 369

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 9-10 (September 1922)
Date
1922-09-01
Page
Seite 369 (sequence 65)
Language
German
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Die Bedeutung David Hoffmanns usw. 369 hat, liegt der Schlüssel für die Verschiedenheit der Regelung im Profanschlachtverbot. Mit dessen Erlass musste für die Dauer seiner Geltung den Laien, die doch nicht immer in der Lage waren, ein Opfer darzubringen oder sich an dem allein gestatteten Fleischgenuss beim Opfermahl zu beteiligen (vollends bei levitischer Unreinheit 5^), der Genuss von Gefallenem (nebela) und Zerrissenem vorübergehend nachgesehen werden, weshalb wohl Exod. 22,30 vor dem Profanschlachtverbot und. vorsorglich für den Zeitpunkt seiner Aufhebung, Deut. 14, 21, nicht aber Lev. ein solches Speiseverbot enthalten dürfen. Waren wir im Vorstehenden bestrebt, den beiderseitigen Standpunkt und den ganzen Gang jener Kontroverse über den Ort des Gottesdienstes recht anschaulich zu zeichnen, denn auf Grund der gleichen Methode versucht Wellhausen den Nachweis etappenmässiger Entwicklung auch für andere Anschauungen und Einrichtungen des israelitischen Kultus, und dürfte so der Leser hier eine nähere Vorstellung von Arbeitsgegenstand und Arbeitsweise Hoffmanns zu gewinnen vermögen, so müssen wir uns weiterhin auf die blosse Gegenüberstellung der Resultate Hoffmanns beschränken. So beruft sich Wellhausen55) ferner, unter dem Eindruck jener Stellungnahme christlicher Dogmatik, auf die Schriftpropheten als Gegner von Opfer und Kultus. Die Propheten würden leugnen, dass Gott auf Opfer Wert lege und sie befohlen habe. Die Opfer seien nach ihrer Meinung nicht Gegenstand der Thora, der göttlichen Weissagung. Und ״das genügt‘' freilich, ״um ihre Unbekanntschaft mit dem Priesterkodex und seinen Vor- Stellungen zu erweisen. 56 ״) Aber, fragt Hoffmann,57) bloss mit dem Priesterkodex? Warum dann nicht gleichermassen mit J und E? Berichten doch beide Quellen über Opfer und Altäre, die die Patriarchen auf ausdrücklichen Befehl Gottes bauen, wras ihnen zum besonderen Verdienst angerechnet wird. Kultus, 4י) Eine Schwierigkeit, die sehon Tosafoth Jebamoth 71b Ende (vgL Hoffmann, Dt. 160 A. צ) wahrnahmen. 55) Pr. 06 ff. ^e) L. c. 58. 57J Zum Ganzen s. WJ 91 f.

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