Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 365 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Bedeutung David Hoffmanns usw. 860 Weisung yod Ex. c. 12. Aehnlich ist Lev. 17 in der Wüste und, wie sein Wortlaut besagt, für die Wüste offenbart, wo alle Israeliten noch in unmittelbarer Nähe des Stiftszeltes weilten. Wenn Israel einst im heiligen Lande wohnen wird und gleichwohl der Opferdienst sich auf ein Heiligtum beschränken soll, 80 muss dafür das Verbot der Profanschlachtung aufgehoben werden. Diese durch den Wandel der Verhältnisse notwendig gewordene Abänderung von Lev. 17 enthält Deut. 12. Ein Zweifel darüber kann von Rechts wegen garnicht aufkommen, dass dem Deuteronomium Lev. 17 vorschwebt und so auch hier D auf den nach Wellhausen Jahrhunderte jüngeren P Bezug nimmt49). Selbstredend würde dieser Umstand allein ausreichen, haboug e*ues auf dem komplizierten System von Mondmonaten und Interkalation aufgebauten Kalenders nur auf einen kleinen Kreis, Priester und geistliche Behörden, beschränkt blieb). Jene Zeitbestimmung Ende v. 6 ist nun nicht auf (be vielleicht bloss parenthetisch angeführte Opfer( Schlacht'iS t u n d e des Passah (״bei Sonnenuntergang“) zu beziehen (wie schon Ibn Esra erkannt hat), sondern dient der Bestimmung des (einem kleineren Kreise bekannten* präzisen kalendarischen Tages datums der Passahopferfeier. ״Dort sollst du das Passah opfern am Abend (^Vorabend) — bei Sonnenuntergang —, zurZeit deines Auszugs aus Aegypten4', d. h. am Abend, zum kalendarisch feststehenden Auszugsdatum; u. d. i. wiederum der Vorabend zum 15. Nissan, der, dem biblischen Sprachgebrauch entsprechend, mit umso grösserem Rechte ״Zeit des Auszugs“ heissen mochte, als nicht nur der 15. Tag des Nissan, sondern schon die Nacht vom 14. zum 15. (in v. 1) ausdrücklich so bezeichnet wird (vgl. a. Ehrlich, Randglossen z. hebr. Bibel, z. St.). Während nun inbezng auf die Opferlokalität spätere Passahfeier (im Lande) und historisches Passah (beim Auszug) voneinander ab weichen müssen (vgl. schon Abravanel — und, dies mit allem Nachdruck zu lehren, vv. 5,6 a da sind), muss umso mehr (beim Passah mehr wie bei den anderen Wallfahrtsfesten) betont werden, dass sie zeitlich beide genau zusammenfallen. Ganz wie seinerzeit in Aegypten soll auch im heüigen Lande das Passah am Vorabend jenes kalendermässig bestimmten Tages des Exodus dargebracht werden. Dieses gleiche Datum des Passahopters soll dessen historischen Charakter trotz jener zufolge der Kultusvereinheitlichung notwendigen Modifikation des Opferritus klar zum Ausdruck bringen. 49) Hoffmann, die oben (S. 856 A. 25) angeführten Stellen, sowie WJ 55, Dt. 188. Dieser Auffassung tritt neuestens im Anschluss an Wiener, Main Problem (ob S. 858 A. 29), S. 20, auch L i p p 1 bei (Theologische Revue 1921, Sp. 296).'