Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 364 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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364 Die Bedeutung David Hoffinanns usw. die Tradition. Hierorts braucht man bloss die komplizierenden Prämissen der höheren Kritik fahren zu lassen, so fallen die Probleme in sich zusammen. Einmalige Geschichtsfakta und für die Dauer geschaffene Gesetze sind nur nicht bloss für den naiven Leser zweierlei. So feierten auch die Israeliten beim Auszug aus Aegypten das Passah als häusliches Opfer. Als später die Kultuszentralisation verordnet wurde, musste jedoch naturgemäss auch die Darbringung des Passah eine entsprechende Modifizierung erfahren. Ebendeshalb, weil das historische Passah Hausopfer war, musste dieser Vorstellung mit besonderem Nachdruck entgegengetreten werden. Dt. 16, 5 f. (״Du darfst nicht das Passah opfern in einem deiner Tore, die dir der Ewige, dein Gott, gibt, sondern an dem Orte, den der Ewige, dein Gott, erwählen wird, Seinen Namen thronen zu lassen, dort sollst du das Passah opfern, abends, bei Sonnenuntergang, zur Zeit deines Auszugs aus Aegypten“ 4s) liest sich darum wie eine ausdrückliche Zurück- 48) Der letztere Passus (״die Zeit deines Auszugs aus Aegypten“) bedarf an und für sich (wie dies schon die tannaitische Schriftauslegung, Sifre z. St. Mechilta ad 12, 6, bemerkte) noch einiger Erläuterungen, die hier im Anschluss an die Ausführungen Hoffmanns geboten werden sollen. Keineswegs kann derselbe als Apposition zu den unmittelbar vorhergehenden Worten ״abends bei Sonnenuntergang“ gefasst werden, da der eigentliche Auszug doch erst am nächstfolgenden Tage stattfand (Nu. 33,8). Wiederum (in Anlehnung an R. Josua im Sifre), mit N a c h m a n i und Hoffmann (z. St., sowie Lev. II 141) unter ״opfern“ das Abhalten des Opfermahls zu verstehen, dahin, ״alle Opferhandlungeu sollen dauern vom ersten Abend bis zum anderen Morgen, der Zeit des Auszugs“, ist gezwungen, da gerade jenes ״b i 3“ im Schrifttexte fehlt. Noch weniger ist es trotz v. 1 aus dem schon genannten Grunde möglich, letzterem Resultat zuliebe mit dem ״Termin des Auszugs“ die Passahnacht im Gegensatz zum Passah(feier)t a g zu meinen (so der Biurist der Mendelssohn ,sehen Pentateuchausgabe). Eher dürfte der Hinweis darauf von Nutzen sein, dass doch das Deuteronomium die Feste bekanntlich nur nach Sonnenmonaten anordnet, eines genanen kalendarischen Datums nach Mondmonaten hingegen keine Erwähnung tut (dies darum, weil, wie Hoffmann in lichtvoller, aufschlussreicher Weise, WJ 102 f., Lev. II 128 f., ausgefübrt hat, die deuteronomischen Festgesetze als Bestandteile einer Rede an das Volk nur die ״ökonomischen“ Monate des bürgerlichen Sonnenjahres nennen, da ein agrarisches Volk im täglichen Leben allein nach dem Sonnen jahr rechnet; während Kenntnis und Hand-