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Jeschurun · 1922-09-01 · Heft 9-10 (September 1922) · p. Seite 361

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 9-10 (September 1922)
Date
1922-09-01
Page
Seite 361 (sequence 57)
Language
German
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Die Bedeutung David Hoffmanns usw. 861 verlauf bestätigt übrigens die Interpretation Hoffmanns insofern, als, solange das Heiligtum zu Silo bestand, kein Opfer ausserhalb nachzuweisen ist, es sei denn in Gegenwart der Bundeslade oder aus Anlass einer Theophanie35). Ein Umstand, der bisher von der herrschenden Meinung nicht gewürdigt wurde). Gehen wir freilich selbst das deuteronomische Gesetz durch, das doch als absolutes Opferverbot ausgegeben wird, so stossen wir auch dort auf eine Reihe von Vorbedingungen, angesichts welcher die Verstosse nicht allzu aig erscheinen. Volle Sicherheit, Ruhe, (und da wohl auch) Eintracht sollen im Lande herrschen (12, 9, 10); wie selten var dem aber wirklich so? Mit der faktischen Durchbrechung der Kultuseinheit durch Jerobeam und die Teilung des Reiches mag sicherlich die Meinung auf gekommen sein, nunmehr, wo die Wallfahrten unterbunden, sei das Gesetz von der Kultuszentralisation überhaupt bis zur Wiederkehr besserer Zeiten, der allgemeine!: Anerkennung des jerusalemischen Tempels, ausser Kraft gesetzt3^. Können also aus dem Verlauf der späteren israelitischen Geschichte keine Instanzen gegen das" Deuteronomium hergeleitet werden, und sind auch die Einwtrfe gegen eine reale Existenz der Stiftshütte leicht zurückzuweisen37), so vermag Hoffmann auch die reine Willkür und Tendenz anderer Aufstellungen Wellhausens aufzuzeigen. Dies g|t besonders für jene Konstruktion, die allenthalben grösste Aufmerksamkeit auf sich zog, P stelle notwendigerweise ein spätere Entwicklungsstadium dar als D, denn (wie über Wellhausen ölen S. 349 näher zu lesen) ״die Idee (der Kultuseinheit) als Idee ist doch älter wie die Idee als Geschichte. Rücke doch der'Priesterkodex (vermittels der Erzählung von der Stiftshütte) ihr (dieser Kultuseinheit) tatsächliches Vorhandensein bis in den Anfang der Theokratie hinauf38״). Aber, wendet hier Hoffmann ein39), setzt denn die 35) Hoffmann, WJ 82. *6) WJ 87 A. 1. 3ד) WJ 80 f. Hier wäre Hoffmanns Argumentation freilich einer Er- ,Weiterung fähig. 38) Pr. 36. 39) Zum Gcnzen s. WJ 79 f., 81.

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