Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 358 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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858 Die Bedeutung David Hoffmanns usw. ich sehe, ist es bisher das Verdienst Harold M. Wieners 28), der durch seine originelle und scharfsinnige Untergrabung der Pentateucbkritik den wissenschaftlichen Fortschritt schon seit längerem ansehnlich gefördert hat29), auch diesen schwachen Punkt der herrschenden Meinung berührt zu haben, dessen Tragweite nicht leicht überschätzt werden kann: Wenn die Literarkritik ein Kriterium sucht, darf sie nicht nach dem Ursinn des Gesetzes fragen, sondern hat zu untersuchen, ob nicht unter dem Zwang der Zeitverhältnisse *any otherinterpretation waspossible30״). Und erst wenn sie diese Frage mit gutem Gewissen zu rerneinen vermag, baute sie auf solidem Grunde. Schliesst denn sonst etwa die Herrschaft der gleichen Rechtsquelle für diesen Zeitraum jede Rechtsgeschichte aus? (Wer mit den einschlägigen Disziplinen in Berührung kam, wird hier um die Antwort nicht verlegen sein31). 2ף A. a. 0. 58. 29) In Anbetracht dessen, dass die Arbeiten Wieners innerhalb Deutschlands nur geringe Verbreitung geniessen und selbst von den Fachkreisen noch nicht in dem Masse genutzt werden, wie sie es wohl verdienen, sei an die äusserst rege literarische Produktion Wieners besonders erinnert. Hier soll neben dem oben S. 854 A. 16 Zitierten noch auf seine Pentateuchal Studies, 1918, sowie zahlreiche fortlaufende Aufsätze in den Jahrgängen der Bibliotheca Sacra (Oberlin, Ohio, U. S. A.j hingewiesen werden, von denen »The main problem of Deuteronomy* (1920, S. 46—82), ״The Law of Change in the Bible“ (1921, 75—102) des hiesigen Zusammenhangs wegen, ״Date of the Exodus“ (1916, 464-480), ״Religion of Moses״ (1919, 823—858) die Leser dieser Zeitschrift allgemein interessieren dürften, selbst wenn dieselben (und ganz besonders letzterer) starken Widerspruch hervorrufen werden, wie dies vielfach auch von den sonstigen Ergebnissen Wieners gelten muss. So schlägt seine textkritische Argumentation natürlich nur relativ durch, gegenüber dem Standpunkt der Quellenscheidung, die ohnehin von dieser Arbeitsweise reichlichen Gebrauch macht. Von der antipentateuchkritischen Literatur englischer Zunge (über dieselbe referiert Baumgärtel, Theol. Literaturbl. 1921 Sp. 15) seien hier genannt K y 1 e, Moses and the monuments 1920, The problem of the Pentateuch, 1921. 30) Vgl. weiter S. 859 A. 31. s1) Von welchem Nutzen übrigens eine ernste rechtsgeschichtliche Behandlung des Stoffes, wie sie bislang allerdings beinahe gänzlich fehlt, für