Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 355 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2292929-2293011-2293017--05838-2299121- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Bedeutung David Hoffmanns usw. 855 sammenhang20) ohne Zwang verstanden werden darf, hat es vielleicht, ebenfalls übereinstimmend mit der tannaitischen Schriftauslegung, 21) gerade diese Möglichkeit von Opfern und Altären ausserhalb des Zentralheiligtums im Auge. Wiederum setzt Exodus (34, 24) auch die Kultuseinheit voraus22) und verordnet jährlich eine dreimalige Wallfahrt zur Festfeier an jenem Zentralheiligtum. (Hier mit der Kritik an einen Spaziergang zu einem der vielen primitiven lokalen Opfersteine zu denken, wie sie jeder Israelit in nächster Nähe wissen soll, wäre absurd, wie schon aus dem Vordersatz hervorgeht: ,Niemand wird dein Land begehren, wenn du hinaufziehst, zu erscheinen vor dem Ewigen, deinem Gott, dreimal im Jahre.״) Dieses wird deutlich genug als ״Haus des Ewigen״ bezeichnet (Exod. 23,19; 34,26), eine Benennung, die für einen einfachen Malstein oder Erdhaufen (entsprechend Exod. 20, 24, 25) doch recht unpassend wäre.23) Mithin laufen die Bücher Exodus (JE) und Deuteronomium inhaltlich völlig parallel: Beide bekennen sich bestimmt zur Kultuseinheit, rechnen aber gleichwohl noch mit anderen Kultstätten.24) Die Frage hat also, richtig gestellt, 20) Mit dem folgenden v. 22 und (wie schon Hoffmann, Dt. 278 A.) dem vorhergehenden v. 18. 21) Sifrö z. St. 22) Ebenso Exod. 21,18,14 (Hoffmann, WJ 84). 23) Wiener 1. c. 66. Recht drastisch giesst hiei Wiener die volle Schale seines Spottes über die kritische Forschung aus, die beides durcheinander wirft: ״A modern professor can call a stone a״ ״sanctuary“ “and then mistake it for a house served by priests, but no Contemporary could have done so“ (S. 68 i Y. mit 66). ״How can any man who cannot distinguish between a stone and a house, because he has first fuddled himself by calling both״ ״sanctuaries“ *claim to speak with aathority on complicated questions of historical development, or pretend to posses any insight into the meaning and working of institutions?“ (64). Wie sehr sich Wieners beharrliche Unter- Scheidung zwischen lay altars und house of God mit der Anschauung des Textes berührt, liegt auf der Hand. 24) Erfreulicherweise hat Wiener 1. c. gleich Hoffmann, ja bisweilen fast noch mehr, auf diese Feststellungen besonderes Gewicht gelegt, wie sich Beider Argumente auch glücklich ergänzen; demzufolge greifen die Ausführungen des Textes mitunter über die Formulierungen dieser Forscher hinaus.