Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 354 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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354 Die Bedeutung David Hoffmanns usw. zu eigen machen darf, erhellt aus der Beobachtung Hoffmanns16), dass das Deuteronomium Exod. 20,24 kennt und (27,5,6) zitiert, sein Verfasser darin also keinen Widerspruch zu der daselbst verordnten Kultuszentralisation sah. Näher betrachtet, geht denn auch die Toleranz von Exod. 20, 24 garnicht so weit wie gewöhnlich angenommen wird. Die willkürliche Wahl der Opferstätte wird vielmehr schon ganz wesentlich eingeengt durch den Zusatz, der richtig übersetzt lautet (nicht wie Wellhausen angibt: ״wo ich meinen Namen ehren lasse,״ sondern): ״An jedem Orte, wo ich meinen Namen in Erinnerung bringe,״ d. h. wo Gott seine Herrlichkeit bezeugen lässt. (Ein Passus, der begreiflicherweise Wellhausen trotz der unrichtigen und tendenziösen Wiedergabe Schwierigkeiten bereitet, weshalb er ״weiter nichts zu bedeuten״ haben darf.17) Hierunter versteht die biblische Terminologie vor allem den Sitz der Bundeslade, der ja während des Wüstenzuges (da die Bundeslade von Ort zu Ort wanderte) veränderlich war; ebenso gut begreift dieser Ausdruck freilich auch die Stätte, wo Gott durch eine besondere Erscheinung, eine Theophanie, die Gegenwart seiner Herrlichkeit bezeugt. Gleichermassen tritt das Deuteronomium auch bloss einer schrankenlosen Freiheit des Opferns entgegen. ״Hüte dich, deine Opfer darzubringen überall, wo es dir gut dünkt13 ,12) ״). Damit verträgt es sich jedoch durchaus, wenn ausnahmsweise ein Opfer auf einer vermittels Theophanie gottgeweihten (oder durch spezielle prophetische Eingebung bestimmten) Stätte dargebracht wird, wie auch die talmudische Schrifterklärung lehrt.18) Wenn Dt. 16, 2119) (״Pflanze dir nicht eine Aschera, überhaupt keinen Baum, neben dem Altar des Ewigen, deines Gottes, den du dir errichten wirst“) im Zu- 16) Die Einzelbelege zum Ganzen bei Hoffmann, WJ 85f. (a Lev. I 264); s. a. H. M. Wiener. Origin of the Pentateuch 21912, S. 63 ft (von diesem Buche liegt auch seit 1913 eine deutsche Ausgabe von D a h s e vor, betitelt ״Wie stehts um den Pentateuch?״). 17) Pr. 29. 18) Sifr§ z. St. * 19) Auf diese Stelle weist Wiener 1. c. 65 hin.