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Jeschurun · 1922-09-01 · Heft 9-10 (September 1922) · p. Seite 350

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 9-10 (September 1922)
Date
1922-09-01
Page
Seite 350 (sequence 46)
Language
German
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350 Die Bedeutung־ David Hoffmanns usw. Element, der prophetischen Religion erst aufgepfropft, das die Einmündung dieser prophetischen Religion in ihren ״rechtmassigen“ Nachfolger, das Christentum, wene nicht zu verhindern, so doch aufzuhalten imstande war. Die jüdische Religion sei Gesetzesreligion erst geworden, und das bloss zufolge einer Art aberratio ictus, deren Etappen Priesterkodex (Thora) Esra, Schriftgelehrtentum, Pharisäismus und Talmud bezeichnen, und zu deren Korrektur, jener Berichtigung der Geschichte, das Christentum berufen ward. Ja, des weiteren — das muss offen herausgesagt werden—, jene rüden antisemitischen Beschimpfungen von Judentum und heiliger Schrift aus der jüngsten Gegenwart — so sehr man die Schuld abzuwälzen sucht 5a) — wären doch nicht möglich gewesen, hätten nicht bibelkritische Hypothesen, die eine unreife Menge aufgriff, da sie doch in alle Welt als gesicherte Ergebnisse der Wissenschaft hinausposauntwurden, Vorschub geleistet. Darüber haben jenes so grosse Bewegung auslösende Kittersche Obergutachten6) und neuestens Friedrich Delitzsch’s sattsam bekannte ״grosse Täuschung“7) Klarheit gebracht, so sehr dies selbstredend auch jene gelehrten Urheber der Hypothese, denen man zwar den Offenbarungsglauben, aber gleichwohl nicht inniges religiöses Empfinden absprechen darf, bedauert haben würden. Von hieraus mag man das nicht zu überschätzende Ver- 5a) Vgl. K ö n i g (übernächste Anmkg.) 6) Erschienen unter dem Titel ״Judenfeindschaft oder Gotteslästerung?“ (1914); das im gleichen Prozess erstattete Gutachten Hoffmanns (inzwischen in dieser Zeitschrift III 20—35 veröffentlicht) ist darin Gegenstand scharfer Angriffe. י Diesem Obergutachten Kittels treten entgegen meine ״BibelWissenschaftschaftliche Irrungen“ (1917); des weiteren vgl. neben den daselbst S. 241 A. 201. Zitierten besonders die Bemerkungen Hoffmanns gegen das Obergutachten (diese Zeitschrift ibidem; König, Das Obergutachten im Gottesl&sterungsprozess Fritsch (1918), und die Aufsatzreihe ״Professor Kittels Obergutachten. Besprochen von einem Christen“ (Jahrg. IV dieser Zeitschrift). 7) I (1920), II (1921) Hiergegen u. a. König, Moderne Vergewaltigung des A. T. (1921) Wie weit hat Delitzsch Recht? (1921); Peters, Theologie und Glaube 1920, S. 138 ff. ״Delitzschs Buch ist eine Schmach für die Universität Berlin und eine Schande für die deutsche Wissenschaft“. (149)

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