Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 348 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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348 Die Bedeutung David Hoffmanns usw. I Noch heute fusst die Pentateuchkritik* 2) bekanntlich auf einer ״Entdeckung“ JeanAstrucs, des Leibarztes Ludwig XIV.. der glaubte, in dem abwechselnden Gebrauche der Gottesnamen den Schlüssel für die Quellenscheidung gefunden zu haben. Schliesslich setzte sich innerhalb der Kritik allgemein die Anschauung durch, der Pentateuch sei aus vier Quellenschriften zusammengesetzt: J, der den vierbuchstabigen Gottesnamen, E, der Elokim verwende, dem Deuteronomium (D) und der priesteriichen Grundschrift P (dieser wies man die übrigen Teile zu, also Leviticus ganz, sowie vorzüglich die gesetzlichen und chronologischen Partien aus den anderen Büchern), die allesamt ein späterer Redaktor (R) ineinander verarbeitet habe. lieber die gegenseitige Abgrenzung der Quellen und deren zeitliche Ansetzung herrscht im Lager der Kritik zwar heute wie vormals nichts weniger als Uebereinstimmung. Doch bestand bis über die Mitte des vorigen Jahrhunderts hinaus in der Hauptsache darüber Einigkeit, dass die Quellenschriften nacheinander in der Reihenfolge P, J, E, D entstanden seien, und mithin die den anderen gegenüber weit ältere Priesterschrift am ehesten mosaische Traditionen enthalte. Wie wenig eine solche Anschauung auch mit der jüdischen Ueberlieferung über das Fünfbuch in Einklang zu bringen war, so folgte aus dieser ״gemässigten“ Literarkritik noch nicht ein vom althergebrachten grundverschiedenes Bild der alttestamentlichen Religion. Auch dieser Kritik galt das Gesetz als Kern und Ausgangspunkt, war mithin die Religion Israels von Anfang an, gleichermassen wie das historische Judentum, Gesetzesreligion. Eine entscheidende Wendung, die, an ihrem Radikalismus gemessen, als Höhepunkt der Bibelkritik zu bezeichnen ist, ist Zeitschrift Jahrg. V, 1918, S. 2C8—238), zu verweisen; insbesondere ist die gesamte Literatur, vor allem die bibelkritische, ausschliesslich dort verzeichnet, wie überhaupt Wiederholungen, soweit es nicht der Zusammenhang erheischt, vermieden werden sollten. 2) Die Literatur zum Folgenden in den Einleitungswerken, etwa bei Steuernagel, Einleitung in das Alte Testament, S. 123 ff.