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Jeschurun · 1922-09-01 · Heft 9-10 (September 1922) · p. Seite 335

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 9-10 (September 1922)
Date
1922-09-01
Page
Seite 335 (sequence 31)
Language
German
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Untersuchungen über die Entwicklung usw. 335 Massorasprache vorläufig nicht zu denken. Aber eine solche ist auch augenblicklich gar nicht so sehr vonnöten, denn, so wichtig sie auch für die restlose Erfassung aller massoretischen Probleme, vor allem der vielen Missverständnisse, welche die tiefliegenden Ursachen der Entstellungen der Massoralisten waren, sein mag, so liegt doch gegenwärtig die wissenschaftliche Bearbeitung der Massora noch so sehrimargen, dass andereForderungenals dringender gelten müssen. Aber eine Mindestforderung muss unter allen Umständen erfüllt werden, nämlich bei der Erklärung der Listen die M ö gl i c h k e i t des B e d e u tun g s w e ch s e 1 s der Termini stets im Auge zu behalten und alle möglichen Bedeutungen der Termini sich zu vergegenwärtigen. Dann wird man nicht der Gefahr von Verschlimmbesserungen erliegen, wie sie neuere Massoraforscher sieb haben zu Schulden kommen lassen. Nur so wird es gelingen, die kompliziertesten, schwierigsten der Massoralisten einer einfachen, ansprechenden Erklärung zusuführen, sie zu verstehen als Entstellungen seitens der Massoreten und Kalligraphen, die, weil ihn jedes Verstandnis für die Geschichte der Terminologie fehlte, den Bedeutungs- Wechsel der Termini nicht beachteten, den Sinn der Liste deshalb missdeuteten und auf Grund dessen deren Text so lange änderten, bis er ihrem mangelnden Verständnis entsprach. Das Vorstehende soll jetzt durch das Beispiel einiger Listen erörtert werden.8) Dabei werden wir nebenbei auch zu der Erkenntnis kommen, dass wie die äussere Entwicklung der Verzeichnisse, die im zweiten Hauptteil dieses Kapitels klargelegt worden war (so z. B. die Form der Ueberschriften), so auch die innere eine grosse Unsicherheit, Unbestimmtheit und Zweideutigkeit ihres Sinnes im Gefolge gehabt hat. § 19. Die Ueberschrift des Verzeichnisses P70 lautet: א״ב מן תרין תרין בחד לישן כתיב, וסימניהון. Frensdorff übersetzt: ״Ein 3) Wir greifen nur solche Listen heraus, deren Verständnis möglich ist, ohne dass wir den für den Kommentar vorzubehaltenden Spezialuntersuchungen vorgreifen müssen. Und auch die angeführten Listen können nur soweit behandelt werden, als es in diesem Zusammenhang unbedingt notwendig ist. Zum Zwecke weiterer Orientierung verweisen wir auf den Kommentar.

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