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Jeschurun · 1922-09-01 · Heft 9-10 (September 1922) · p. Seite 334

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 9-10 (September 1922)
Date
1922-09-01
Page
Seite 334 (sequence 30)
Language
German
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334 Untersuchungen über die Entwicklung usw. Wir können ferner wohl auch mit Recht annehmen, dass zwischen mehreren Schulen — so vor allem zwischen der palästinischen und babylonischen Massora*) — wie inbezug auf manche Termini, so auch inbezug auf diesen Bedeutungswechsel Verschiedenheiten bestanden haben, man bedenke doch nur, dass auch die Forschungen auf dem Gebiete der Vokalisation, Akzentuation und der übrigen Grammatik, von welchen doch der BedeutungswTechsel vielfach abhängig ist, in den verschiedenen Gegenden eine in vielfacher Beziehung verschiedene Entwicklung genommen haben. § 18. Dies sind die Gesichtspunkte, nach welchen eine Bedeutungsgeschichte der massoretischen Termini**) aufzubauen wäre. Aber zu einer solchen Arbeit fehlen die nötigen Grundlagen. Es wären zu diesem Zwecke vor ihrer Inangriffnahme alle Rezensionen und Formen aller Listen, wie sie sich in der alten und ältesten Massoraliteratur finden, aufs Genaueste zu kollationieren, jede auch scheinbar geringfügige Aenderung festzustellen, die eine Quelle vorgenommen hat, und die dann manchmal, wrenn uns die Originalhandschrift vorliegt, schon rein äusserlich als Eingriff in den Text zu erkennen ist. Es wäre im besonderen zu untersuchen, ob sich feststellen lässt, welche massoretischen Termini technici einer bestimmten Zeit, einer bestimmten Schule oder vielleicht sogar einem bestimmten Codex angehören, ־wie und unter welchen Einflüssen verschiedene Termini sich ablösen in ihrer Bedeutung für ein und dieselbe Merk- Würdigkeit. Aber selbst w־enn man daran ginge, diese Vorarbeiten zu leisten, so sind doch deren Erfolge zweifelhaft in Anbetracht der geringen Zahl solcher Mass.orahandschriften, welche eine eigene Ueberlieferung darstellen. Unter diesen Umständen ist an eine umfassende, allen wissenschaftlichen Anforderungen genügende Erforschung der *) Vgl. hierzu Kahle HG § 6—9 an vielen Stellen, so z. B. § 6p. **) Eine Bedeutungsgeschichte der hebräisch-aramäischen Sprache, so vor allem der des Talmuds, zu schaffen, ist dringend geboten. Ueber den Bedeutungswechsel einiger talmudischer Ausdrücke handelt in vorbildlicher Weise E. Biber leid in Hoffmanns Festschrift (Berlin 1914) S. 167—174.

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