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Jeschurun · 1922-09-01 · Heft 9-10 (September 1922) · p. Seite 331

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 9-10 (September 1922)
Date
1922-09-01
Page
Seite 331 (sequence 27)
Language
German
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Untersuchungen über die Entwicklung usw. 331 der infolge mangelhafter Berücksichtigung dieser Verhältnisse häufig missdeutet und verkannt worden ist. Die uns vorliegende Rezension der meisten Listen ist nicht die Urrezension, sondern die Arbeit späterer Massoreten, welche den von den Schöpfern der Verzeichnisse ihnen beigelegten Sinn missverstanden und sich auf Grund dessen Eingriffe in den Text erlaubten. Infolgedessen haben bereits den Redaktoren der Ochla-Sammlungen die Listen vielfach in sekundärer Gestalt Vorgelegen. Allerdings scheint innen diese Tatsache nicht zum Bewusstsein gekommen zu sein: denn sie übernehmen kritiklos die Listen, ja, sie fälschen sie ihrerseits wieder, ebenfalls aus demselben Mangel an Verständnis. Infolge dieser Umstände geben die Listen in der vorliegenden Gestalt selten Aufschluss über die Anschauungen und Absichten der ältesten Massoreten, wenn sie auch anscheinend ״korrekter״ und ״richtiger״ sind als die Ulrezensionen; kommen doch in den Umgestaltungen, die sie erlitten haben, die Fortschritte der hebräischen Sprachwissenschaft und auch spätere massoretische Auffassungen von wissenschaftlicher Methode zur Geltung. Von diesen wenigen Gesichtspunkten aus sind wir im Stande, die — vielfach unüberwindlichen — Hindernisse zu würdigen, welche sich dem tieferen Eindringen in den Sinn der Verzeichnisse entgegenstellen, und die ausserordentliche Wichtigkeit der Aufgabe zu ermessen,' die darin besteht, Mittel zur Ueberwindung dieser Hindernisse zu suchen. Die Problemstellung für den dritten und letzten Hauptteil dieses Kapitels lautet daher: Auf weiche allgemeinen Gründe lässt sich die Tatsache zurückführen, dass die Urrezension mancher Listen entstellt wurde1)?!) Es ist für die Massora ausserordentlich bezeichnend, dass dem Problem ihrer Fehlerhaftigkeit, deren Ursachen und Wirkungen ein eigener Abschnitt in der Entwicklungsgeschichte der Massora gewidmet werden muss

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