Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 330 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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380 Die religiöse Immanenz Verbundenen ist seine Lebensexistenz (ebenso wie dem national sich verbundenFühlenden) durchaus immanent wirklich und gar nicht rational diskutierbar und zu bezweifeln. Nicht auf metaphysischerkennerischem Gebiete bewegt man sich hier, sondern in einem irrationalen Lebensgefühi, in einer innerlich überzeugenden Verbundenheits-Existenz. — Wir haben die religiöse Immanenz nach verschiedenen Richtungen beleuchtet. Zunächst legten wTir die Spezifität des religiösen Bewusstseins dar und durften unsere Ansicht dahin präzisieren, dass nur aus der Gelebtheit, ja fast in der Gelebtheit nur die religiösen Inhalte adäquat erfasst sind. Dann verfolgten wir kurz die Objektivierungstendenz des religiösen Lebensgefühls und machten es begreiflich, wie Vorstellungen, Tathandiungen, Spekulationen, seelische Realitäten, geschichtliche Wirklichkeiten trotz ihres Hineinreichens in ausserreligiöse Sphären zugleich religiöse Vorstellungen und Tathandlungen, religiöse Spekulationen, religiöse seelische Realitäten, religiöse geschichtliche Wirklichkeiten sein können. Nur aus der religiösen Immanenz löst sich das prinzipielle und jedesmalig-eigentümlicfae-konkrete religiöse Problem. — Das religiöse Problem adäquat erfassen, heisst: die Immanenz der Religiösen zunächst anerkennen und dann aus dieser Immanenz die weiteren Schlüsse ziehen. (Fortsetzung folgt.) Untersuchungen über die Entwicklung und den Geist der Massora,*) Von Schuldirektor Dr. Ernst Ehrenireu-München. (Fortsetzung.) Wie die Form der massoretischen Angaben, so war auch ihr Inhalt vielfachen Entwicklungen unterworfen. Tiefes Verständnis für die durch sie bedingte Kompliziertheit der Listen ist Voraussetzung für das Eindringen in den Geist der Massora, *) Vgl. meine Ausführungen Jeschuruns VIII 11 12 (S. 460—480). IX 3 4 (S. 107—164) und IX 5 6 (S. 202-218).