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Jeschurun · 1922-09-01 · Heft 9-10 (September 1922) · p. Seite 329

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 9-10 (September 1922)
Date
1922-09-01
Page
Seite 329 (sequence 25)
Language
German
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Die religiöse Immanenz 329 Die Möglichkeit und Notwendigkeit des Inhaltlich-Religiösen ist jetzt genügend klargestellt, und es dürfte jetzt jedem verstündlich sein, wie die konkrete Inhaltfülle (ja der Forderung nach sogar alle nur denk- und erfindbaren konkreten Inhalte des menschlichen Daseins überhaupt) zugleich wirklich und religiös, konkret und doch nur als Gestaltung der religiösen Immanenz ganz notwendig auftreten müssen. — Dies dürfte ganz erklären, was Manchem an einer früheren Stelle dieser Untersuchung vielleicht noch schwierig war: die religiösen Inhalte seien nur als Inhalte im religiösen Bewusstsein adäquat erfasst. Warum? Weil im religiösen Bewusstsein die ganze religiöse Inhaltswelt erst möglich wird! Jetzt erscheint es Manchem vielleicht schon selb st ver st ändlich. Leicht ist es nun, das nur in der religiösen Immanenz ermöglichte Dasein der Religionen zu erweisen: das geschichtswirkliche Dasein der Religionen aus unserem Geiste der Immanenz zu verstehen. Man muss nur erst einmal die philosophische Problematik sehen. Dem philosophisch-naiven Menschen ist die Tatsache der Geschichte durchaus ebensowenig fragwürdig wie die Tatsache der Aussenwelt und aller der mit ihr verbundenen Vorstellungen. Für ihn ist geschichtliche Religion überhaupt nichts, was ein Rätsel aufgibt. Aber hier ist eine schier unlösbare Problematik enthalten. Ein Zusammengehören von vielen, vielen Menschen, , ein Geeinigtsein innerlich und äusserlich, sehr wirksam real sich zeigend, auch in Politik und Kultur. Wie kommt es zu einer geschichtlichen Religion? Ganz gewiss doch nur auf Grund eines einigenden inneren Bands. Und dieses einigende innere Band kann nur sein: gemeinsame Lebensinhalte, die von gleichartiger Affektbetontheit begleitet sind. Nur ein Inneres kann binden, und zunächst äusserliche Bande müssen entweder innerlich werden oder notwendig zerreissen. Religiöse Gemeinschaft konstituiert sich auf Grund dieser durchaus irrationalen Innerlichkeit, die sich gleichwohl auch in allen möglichen rationalen Beziehungen weiter entfalten kann. Das immanent Gemeinsame setzt auch die geschichtliche Religion, und dem religiös mit einer Gemeinschaft

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