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Jeschurun · 1922-09-01 · Heft 9-10 (September 1922) · p. Seite 321

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 9-10 (September 1922)
Date
1922-09-01
Page
Seite 321 (sequence 17)
Language
German
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Die religiöse Immaiienz 321 so vieles Künstlertum in’s Religiöse, so vieles religiöse Dasein in’s Künstlerische sich abwandelt. — * Religionsphilosophisch aber wäre hierzu im Gegensatz eine - Denkart, die alle religiösen Inhalte auf subjektiven und objektiven Wahrheitsgehalt prüft, das Werthafte vom Seinshaften scheidet, an bestimmter Stelle mit Nachdruck das Problem nach der מ Objektivität“ der Religiösen stellt, auch die naturphilosophische Frage aufwirft, überhaupt das eigentümliche erkenntnistheoretische Gebilde ״religiöse Wahrheit״ mit seinem Januskopf erkennt, die ״Gottheit“ positiv oder negativ bestimmt und schliesslich die Unmöglichkeit jeder ausserimlnanenten Religionsbetrachtung und -Übung erkennt, um jetzt das Religiöse als seelische Immanenz zu retten, ganz hart am grossen unausgeschöpften .Abgrund, den die Religionspsychologie uns Schauernden enthüllt. UL Unmittelbar folgt aus unserer Vorbereitung, dass alles, was religiöses Erkennen, religiöse Wahrheit, religiöses Dasein usw. heisst, eine nur der ״religiösen Funktion“ zugehörige Sphäre nicht verlassen darf, sofern es adäquat erkannt sein will. Wir geben hier keine Wissenschaftslehre und auch keine Wertlehre, brauchen daher (was aber aus unseren Voraussetzungen leicht wäre) nicht überflüssigerweise die religiöse Sphäre gegen die anderen geistigen Sphären des menschlichen Bewusstseins abzugrenzen. Uns genügt hier, dass wir das religiöse Bewusstsein als eine seelische Daseinsart sui generis erkannt haben. Dieses Religiöse lebt und wirkt, ist ein Lebenselement mit eigenen Funktionen und Tendenzen, und kann nur in absoluter Selbstbehauptung seinen ursprünglichen Sinn bewahren. Daher ist die Frage nach der Objektivität meines religiösen Fühlens, nachdem Gegenstand meiner kosmischen Liebe usw. wohl philosophisch und auch notwendig, aber nicht mehr religiös. Hier sind wir also an einem Punkte an gelangt (doch ist es kein Punkt, sondern eigentlich der ganze weite Schauplatz des individuellen Selbstbewusstseins), wo das Religiöse sich zu überwunden droht; wo der menschliche Geist in seinem ewigen

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