Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 317 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Mussarworte 317 in jedem Fall verboten, wie das m. G. EL in Cap. 7, § 1 ausgeführt werden wird. Daher muss man sich ausserordentlich hüten, jemanden verächtlich zu machen, selbst wenn es ganz allgemein bekannt ist, dass er etwas Böses in seiner Jugend begangen hat, oder dass seine Vorfahren sich nicht ordentlich geführt ... Wer das tut, der fallt unter die Klasse derer, die לשה״ר reden, die das Antlitz der göttlichen Herrlichkeit nicht wrerden schauen dürfen, wie das im Schaare Teschuba 214 ausgeführt. Darauf findet jene Erleichterung von der Gegenwart der drei durchaus keine Anwendung . . . § 10. ... Und nach allen diesen Ausführungen wirst du, mein * Bruder, von selbst sehen, wie sehr man von dieser Erleichterung sich fern halten muss, dass sie beinahe überhaupt keine Anwendung findet. Und selbst wenn wir alle Einzelheiten hinzunehmen, so bedarf es noch sehr der Ueberlegung, ob überhaupt nach dieser Anschauung halachisch zu entscheiden ist, da nach der Meinung vieler Dezisoren im Talmud gar keine Quelle für diese Erleichterung aufzuweisen ist, wie ich das oben im Kommentar באר מים חיים Note 5 aüsgeführt habe. Wer seine Seele wahren will, sollte sich also von ihr fernhalten. * * * Soweit unser Auszug aus einem einzigen Kapitel eines der Werke des Chofez Chajim. Wer von unserer Jugend die Probe aufs Exempel machen will, der gehe auf ein Jahr in die heiligen Winkel Litauens. Es braucht nicht Radun zu sein, es kann auch Keim, Telsch, Slabotka u. a. sein. Er wird erfahren, dass es jugendfrische, lebenslustige Jünglinge gibt, die nach diesen Vorschriften — nicht wahr für uns sind sie ja fürchterliehe — in Wirklichkeit leben. Und er wird neben der glühenden Liebe zur Thora auch des Mussargeistes einen Hauch verspüren. Vielleicht ist er dann für den Salon und für manches andere, was in unseren Kreisen für erstrebenswert gilt, verdorben. Für die Realität des Lebens kann er deshalb dennoch brauchbar bleiben. J♦ W.