Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 316 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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316 Mussarworte לשון הרע übertreten bat, sondern selbst wenn er ganz genau weiss, das A Böses von B geredet bat, er weiss nur nicht, ob das in Gegenwart von dreien geschehen ist und C, der es zuerst gehört hat, ihm das gesagt, es sei in Gegenwart von dreien geschehen, so darf es sich doch nicht auf die Worte von C verlassen. Wir befürchten, es könnte doch nicht vor dreien geschehen sein, wird also möglicherweise nicht bekannt werden und darum darf er es keinen anderen erzählen. § 5. Meiner Meinung nach gilt auch das Folgende: Wenn die drei erwähnten, vor denen das erzählt wurde, fromme Leute sind, die sich vor לשודד in Acht nehmen, dann bleibt die Sache doch unter ihnen, dann Übertritt man ein glattes Verbot der Thora, wenn man es weiter erzählt. Ja, das gilt auch, wenn auch nur einer von den dreien so fromm ist; denn dann ist die Dreizahl (die wir für die Sicherheit der Verbreitung des Geredes annehmen) nicht mehr voll. Das gleiche gilt, wenn nur einer Ton den dreien mit B verwandt oder befreundet ist, der wird das doch sicher nicht weiter verbreiten, was von seinem Verwandten oder Freunden Schlechtes gesprochen wird. Es sind dann also wieder keine drei da. § 6. Nach m. M. kann ferner C, was er mit zweien zusammen gehört, nur in derselben Stadt weiter erzählen, weil da einer immer wieder mit einen anderen bekannt ist. Nicht aber in einer anderen Stadt, selbst wenn zwischen den beiden Städten ein reger Verkehr herrscht (שיירות מצויות). § 9. Und all das bisher Gesagte gilt nur, wenn man genau das wieder erzählt, was man gehört; aber auch nur ein Wort G. b. hinzuzufügen, oder das Gehörte dem Andern mundgerecht zu machen: das, was man von B erzählt, ist schon richtig usw. das ist schon in jedem Fall verboten, denn mit seinen Worten macht er ja das viel schlimmer, was man auf Grund des ererwähnten Moments von der Gegenwart der Drei, eventuell von selbst gehört hätte. Und dann beweist er doch damit, dass er das Gehörte als wahr annimmt und das ist nach allen Meinungen