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Jeschurun · 1922-09-01 · Heft 9-10 (September 1922) · p. Seite 311

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 9-10 (September 1922)
Date
1922-09-01
Page
Seite 311 (sequence 7)
Language
German
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Mussarworte 311 wart von dreien ausspricht, oder wenn es sich um Dinge handelt, die man dem Betreffenden auch ins Gesicht sagen würde. Darüber habe ich ausführlich im 2., 3. und 8. Kapitel gehandelt, dass diese Erleichterungen nur in ganz bestimmten, festumgrenzten Fällen Platz greifen. Oder, dass dieses Reden nicht unter לשון הרע fällt ... Und wenn der Jezer hora sieht, dass er mit solchen Argumenten nicht durchdringt, dann greift er zu einem diametral entgegengesetzten Mittel: er führt einem soviel Erschwerungen vor, zeigt einem, dass eben alles unter לשון ד,רע fällt, es wäre demnach überhaupt kein Leben möglich, es sei denn, dass man sich von der Welt völlig zurückzöge . . . Aus all diesen Gründen haben wir uns so an לשון הרע gewöhnt, dass das bei den meisten Menschen gar nicht mehr als Sünde gilt, selbst wenn sie Reden führen, die offenkundig לשון הרע und Verläumdung sind. Und wenn man einen fragt: warum tust du das? Dann glaubt er, man wolle ihn zu einem Zaddik oder Chossid machen und nimmt dann die Zurechtweisung nicht an, er sieht ja, dass es ganz allgemein doch nicht gehalten wird. All diese Ursachen scheinen mir auf eine Hauptursache zurückzugehen, dass das Thema לשון הרע, sein Wesen im allgemeinen und im einzelnen nicht zusammenhängend an einem Orte behandelt sind, sondern die Erörterungen darüber im Talmud und den älteren Decisoren nur an einzelnen Stellen, entlegen und zerstreut Vorkommen. AuchMaimonides in seinem halachischen Hauptwerk und Rabbenu Jona in seinem Schaare Teschuwa sind nach Art der Alten sehr kurz und haben sehr vieles nicht gebracht . . . Daher habe ich alles gesammelt und den Stoff in einen Text gegliedert, der in Kapitel und Paragraphen zerfällt, מקור חיים von mir genannt, und in die Noten, die ich unter den Text, in den באר מים חיים verwiesen. Hier sind die Quellen genau angegeben. Der Leser wolle wohl beachten, dass ich auch für das selbstverständlichste im Text hier den Ursprung angegeben. So wird es jedem klar, dass das Werk nichts enthält, was Kennzeichen einer besonderen Frömmigkeit (חסידות) ist, sondern nur Forderungen des Religionsgesetzes (דין) . . . .

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