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Jeschurun · 1922-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1922) · p. Seite 299

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1922)
Date
1922-07-01
Page
Seite 299 (sequence 59)
Language
German
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Monistische Märchen 299 eine solche Güterabwägung als praktisch undurchführbar ablehuen, anschliessen, ohne uns damit mit der jetzigen Regelung einverstanden zu erklären. Wir glauben, dass es notwendig ist, die Zahl der Rechtsgüter, gegen die Notwehr geübt werden darf, gesetzlich festzulegen und möchten nur wünschen, dass ein neues deutsches Strafgesetzbuch bestimmt, dass niemand das Recht habe, einen andern zu töten, es sei denn zur Lebenserrettung oder zur Wahrung der bedrohten Geschlechtsehre. Jedenfalls aber — und damit wollen wir diese kurze Betrachtung schliessen — legt es Zeugnis ab für die unverwüstliche Kraft und gesunde Denkart des jüdischen Rechts, dass auch der moderne Rechtsbeflissene ihm noch mancherlei Anregung entnehmen kann, dass es uns Nachgeborene anmutet״ als sei es geschrieben für unsere Zeit. Monistische Märchen *) besprochen von Wilhelm Freyhan, Breslau. Es ist ein verdienstvolles Unternehmen Dr. Max Grünwalds, dem von jeher besonders von unserer akademischen Jugend mit grosser Skepsis aufgenommenen Gedanken der Synthese von Judentum und Naturwissenschaft ein Büchlein gewidmet zu haben, welches unserer Jugend eine Anleitung bieten soll, ״sich mit allen wissenschaftlichen Tagesfragen auch vom Standpunkt des Juden aus, gründlich auseinauderzusetzen“. ״Unsem Intelligenzlern gilt es zu zeigen, dass das Judentum keinerlei Grund hat, einem Waffengang mit den Rittern vom Geiste Häckels auszuweichen, “ sagt Grunwald in seinem ersten, ״der Urmensch“ betitelten Briefe (Die einzelnen Kapitel sind in Briefform gehalten). Damit wirft der Verfasser gleich demjenigen Vorkämpfer der Entwicklungstheorie den Fehdehandschuh hin, der mit seinen ״volkstümlich gehaltenen“ Welträtseln der wahren Wissenschaft einen schlechten Dienst erwiesen und mehr Hypothesen aufgestellt als Ergebnisse erzielt hat. Hypo- *) Dr. Max Grunwald, Monistische Märchen. Aus einem Brief- Wechsel, 1921. Benjamin Harz-Verlag, Berlin-Wien.

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