Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1922)
- Date
- 1922-07-01
- Page
- Seite 260 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2292929-2293011-2293016--05725-2299008- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
260 Dreitausend Eehler usw. Aber was die Hauptsache ist: die spätere Form ist nicht an jenen 26 Stellen des Buches Jeremia eingesetzt worden. Also durch die Jahrhunderte hindurch ist von den Abschreibern die ursprüngliche Form jenes Namens festgehalten worden. Oder um nur noch etwas aus den von mir gesammelten Materialien anzuführen, auch der Aegyptolog Wilh. Spiegelberg bemerkt; in ״Aegyptologische Randglossen zum A. T.“ (1904), S. 5: מ Vielleicht wird mancher von den ״Neuesten“ in meiner Behandlung des Textes des A. T. einen gewissen Zug entdecken, der ihm nicht zeitgemäss erscheint. Diese von mir in der Tat durchgeführte ״konservative“ Textbehandlung gründet sich auf die einfache Beobachtung, dass diejenigen ägyptischen Eigennamen, die sich mit Sicherheit deuten lassen, im massoretischen, d. h. überlieferten hebräischen Texte vortrefflich wiedergegeben sind“ Aber möchte doch die Zahl der wirklichen ״Fehler“ des alttestamentlichen Textes auch sehr gross sein, welches wäre die Tragweite dieser Tatsache? Welche B e d e u t u n g für die Sicherheit des alttestamentlischen Inhalts würden diese Fehler besitzen? Davon hat Delitzsch nicht gesprochen. Diese selbstverständliche Pflicht der wissenschaftlichen Forschung über den Text des A. T. hat er nicht erfüllt. Ebensowenig hat der es getan, der jenen Artikel mit der Ueberschrift: ״Dreitausend Fehler im A. T.“ in die Zeitungen lanziert hat. Aber vergeblich hat jener Artikelschreiber gemeint, gegen die geschichtliche Bedeutung des A. T. einen tödlichen Streich führen zu können. Die Wunde, die er dem ersten Teile des Bibelbuchs beigebracht hat, war nur ein Ritzen der Haut. Der ganze religiössittliche Inhalt jenes Schrifttums wird durch das Vorhandensein sovieler Verschiedenheit des alttestamentlichen Textes, unter denen sich auch manche formale Fehler befinden, nicht verletzt. Greifen wir als Beispiel doch gleich einmal den Text der zehn Gebote heraus, der bekanntlich in 2. Mos. 20, 2—17 steht, und vergleichen damit die Textgestalt, die in dem aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert stammenden Papyrus Nash geboten