Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1922)
- Date
- 1922-07-01
- Page
- Seite 259 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Dreitausend Fehler usw. 259 dreitausend Textfehlern“. Dabei zählt er nun erstens auch diejenigen Versehen der Abschreiber mit auf, die schon von den alten jüdischen Schriftgelehrten, die bereits in den Tempelzellen sassen und Handschriften verglichen (Traktat Sopherim VI, 4), am Rande verbessert worden sind. Zweitens wirft Delitzsch gar nicht die Frage auf, ob er mit seiner mechanischen Gleichmachimg der Aussprache vieler Sprachformen (§ 142 usw.) im Rechte ist. Die alten Juden werden aber doch wohl besser, als Delitzsch, gewusst haben, wie sich die Aussprache gestaltet hatte. Drittens erklärt er sich gegen die Richtigkeit einer Form z. B. mit den Worten ״Ein Plural kommt sonst nicht vor“ (§ 134c usw.). Aber .was kann darauf ankommen? Die uns erhaltenen hebräischen Schriften bezeugen selbstverständlich nicht den gesamten Formenbesitz des Hebräischen. Viertens will er den hebräischen Text korrigieren, indem er z. B. zu dem Satz ״Der Herr ist deine Zuversicht“ (Ps. 91,9) schreibt: ״Lies machsö ״du, dessen Zuflucht usw.“ Aber jeder Primaner im Hebräischen weiss, dass ״du, dessen Zuflucht“ vielmehr maohsekhä verlangt (meine Hebr. Syntax § 344c). Fünftens operiert er auch selbst oft mit ״wohl“ oder ״vielleicht“ oder ,,könnte man“ (§ 136 a usw.), aber bei weitem nicht oft genug. Während er auf diese Weise ״etwa dreitausend Textfehler im A. T.a zusammen gebracht und zu dessen ungunsten geltend gemacht hat, befolgt er auch wieder in diesem Buche sein sonstiges Verfahren (vgl. mein ״Die moderne Babyionisierung der Bibel“ 1922, 11 ff.), dass er kein Wort von den Tatsachen sagt, welche für dieZuverlässigkeit des hebräischen Textes sprechen. Ein einziges Beispiel sei aber dieses! Der zweite Beherrscher des neubabylonischen Reiches hiess nach den Keil- Schriften JSfabu-Jcudurri-usur. Im A. T. ist nun das mittlere r noch in Jer. 21,2 usw. (26 mal) sowie in Hos. 26,7 usw., also bei Autoren bewahrt, die der Zeit jenes Herrschers (605—652) nahestanden! Aber später hat sich die Aussprache jenes Namens erleichtert, indem das mittlere r in n überging (vgl. dass Barbier im Volksmunde vielfach zu Balbier erleichtert wird), und das so entstandene Nebukadnezar steht in 2. Kön. 24,1 usw.