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Jeschurun · 1922-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1922) · p. Seite 258

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1922)
Date
1922-07-01
Page
Seite 258 (sequence 18)
Language
German
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Dreitausend Fehler usw. 258 (״Lesebuch״) manchmal behauptet, aber das war ein ganz willkürliche Meinung, wie in der Zeitschrift der morgenländischen Gesellschaft, Band 42, S. 663 und 675 ausführlich gezeigt worden ist. Ein solches Wunder hat der Herr der Kirche auch nicht beim Neuen Testament eintreten lassen, denn in dessen einzelnen Handschriften gibt es sehr viele verschiedene Lesarten, wie jede Ausgabe desselben zeigt, und wie auch schon aus den Worten des Kirchenvaters Augustin sich ergibt: ״Wer die göttliehen Schriften kennen zu lernen wünscht, muss in erster Linie auf die Verbesserung der Kodizes bedacht sein“ (De doctrina christiana II, 14). Ein solches Wunder ist nun auch beim Alten Testament nicht geschehen. Auch seine Textquellen zeigen viele Verschiedenheiten. Denn z. B. in der Völkertafel (1. Mos. 10) wird die eine Völkerschaft nach V. 3 Riphath, aber nach der Parallelstelle (1. Chron, 1,6) Diphath genannt, was in der Lutherbibel gar nicht bemerkt wird. Das kommt daher, dass die hebräischen Buchstaben für R und für D einander ganz ähnlich sind und daher leicht vom Auge verwechselt werden konnten. Uebrigens ist Riphath die richtige Gestalt jenes Völkernamens, weil es einen Fluss Rhebas in der kleinasiatischen Landschaft Paphlagonien gibt, weshalb schon Josephus in seinen jüdischen Altertümern I, 6, 1 in jener Völkerschaft richtig die Paphlagonier gefunden hat. Weil die Sache so sich verhält, handelt es sich nicht um die Frage der vollkommenen Einheitlichkeit des alttestamentliehen Textes. Vielmehr fragt es sich nur, wieviel Verschiedenheiten in den einzelnen Textquellen sich finden und, was die Hauptsache ist, wieviele von diesen Verschiedenheiten (oder ״Varianten״) als Fehler bezeichnet werden dürfen und welche Bedeutung diese Fehler für den Wert des Alten Testament besitzen. Friedrich Delitzsch, der neuerdings überhaupt viel zur Herabdrückung der Autorität des A. T. getan hat, spricht nun in seiner Schrift ״Die Lese- und Schreibfehler im A. T.“ (1920) gar nicht erst von Verschiedenheiten, sondern gleich in seinem Vorwort von Fehlern, und zwar von ״etwa I

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