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Jeschurun · 1922-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1922) · p. Seite 255

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1922)
Date
1922-07-01
Page
Seite 255 (sequence 15)
Language
German
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Hillel und die Bne Batyra 255 drängen“, da glaubten sie daraus Hoffnung für die Darbringung der Chagiga schöpfen zu können, denn diese seine einleitenden Worte schienen den gesamten Opferdienst als einen einheitlichen und gleichartig zu behandelnden hinzustellen 1). Als jedoch Hillel nach dieser einleitenden allgemeinen Begründung ins einzelne ging und drei Beweise anführte, die nur Pessach einschlossen, da erkannten sie, dass sie von ihm keine Hoffnung hatten♦ Denn die drei Auslegungen Hillels, der Vergleich (היקש), 'der Kalwachomer und die Gesera schawa haben die verhüllte, aber deutliehe Tendenz den Unterschied von Pessach und Chag i g a nachzuweisen. Wenn sie sich auch nur auf das Verhältnis von Pessach und Tamid zu beziehen und die Chagiga ausser Anlass zu lassen scheinen, so ist das etwas rein formelles. In Wirklichkeit zielen sie auf das Verhältnis von Pessach und Chagiga ab. Nur so werden sie uns recht verständlich, denn losgelöst von der Frage der Chagiga und lediglich auf Pessach und Tamid bezogen, sind sie, wie das auch die Einwendungen •der Batyrener beweisen, nicht zwingend, sondern tragen Drasch- Charakter, da nach dem schlichten logischen Denken, dem Pschat 1) Pessach kein eigentliches ״Gemeindeopfer“ gleich Tamid, sondern ein Opfer der Einzelnen ist, 2) Pessach trotz der Karetstrafe nicht ein ״schwereres“ Opfer ist als Tamid, 3) der Ausdruck ״zur bestimmten Zeit“ wohl eine Verschiebung des Pessach auf eine andere als die ״bestimmte“ Zeit verbietet, aber nicht den Hinweis zu enthalten braucht, dass es gleich Tamid auch den Sabbat verdränge, wie ja die Tora z. B. es als etwas selbstverständliches voraussetzt (Num. 9,6), dass es der Israelit, der ״zur bestimmten Zeit“ טמא ist, nicht darbringen könne. Werden jedoch die drei Auslegungen entsprechend auf Pessach und Chagiga bezogen, um die positive Behauptung, dass diese Opfer hinsichtlich des Sabbats gleich zu behandeln *) Durch den Zwischensatz Jeruschalmis: ״Nach einigen sprach er von 100, nach anderen von 200, nach anderen von 300 . . .“ wird die obige Darlegung nicht berührt, denn dieser Zwischensatz will den Ausdruck במה nicht eliminieren, sondern interpretieren.

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